St. Pauli im Abstiegskampf: Kann das Team gegen Leipzig punkten?
Im Schatten des Hamburger Stadions steht der FC St. Pauli derzeit ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Die Mannschaft um Trainer Alexander Blessin sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, nicht risikobereit genug zu agieren. Stattdessen treten sie in vielen Spielen eher reaktiv auf, was die Spieler und Fans zunehmend enttäuscht.
Am kommenden Samstag, den 7. Mai, trifft St. Pauli um 15:30 Uhr auf RB Leipzig. Diese Partie könnte entscheidend für den weiteren Verlauf der Saison werden. Eine knappe Niederlage gegen die starke Mannschaft aus Leipzig könnte möglicherweise sogar die Chancen auf den Klassenerhalt auf lange Sicht verbessern, auch wenn die Situation aktuell angespannt ist. Der VfL Wolfsburg, der am Abend gegen den FC Bayern spielt, ist ebenfalls unter Druck. Nach dem desaströsen Hinspiel, das Bayern mit 8:1 gewann, wird eine erneut deutliche Niederlage für die Wolfsburger erwartet.
Die aktuelle Lage im Abstiegskampf
Der Druck auf St. Pauli wächst, denn die Tordifferenz von minus 28 ist alles andere als beruhigend. Im Vergleich dazu hat der VfL Wolfsburg eine Tordifferenz von minus 25. Sollte Heidenheim, der zurzeit Letzter in der Bundesliga ist und auf einem sehr dünnen Eis steht, gegen den 1. FC Köln gewinnen, könnten die Temperaturen im oberen Abstiegskampf weiter steigen. Die Heidenheimer könnten dann mit 28 Punkten gleichziehen, was die Lage für St. Pauli und Wolfsburg noch komplizierter machen würde. Heidenheim hat aktuell eine Tordifferenz von minus 31 und wird ohnehin als kaum noch zu rettende Mannschaft gehandelt.
Die letzten Spiele von St. Pauli haben nichts Gutes erahnen lassen. Nach einer 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg äußerte sich Trainer Blessin enttäuscht und wünschte sich mehr von seiner Truppe. Die Offensive ist schwach und rangiert in diversen Kategorien wie Tore und Schüsse aufs Tor auf den letzten Plätzen der Liga. Trotz einer etwas stabileren Abwehr schafft es das Team nicht, die Mängel in der Offensive zu kompensieren.
Die Konkurrenz und Prognosen
Die Konkurrenz schläft nicht. Der Hamburger SV, gefolgt von Werder Bremen, hat sich mit seinen letzten Siegen Luft verschafft. Hamburg hat nun sechs Punkte Vorsprung auf St. Pauli und neun auf Wolfsburg, sodass die Abstiegssorgen bei ihnen vorerst gering erscheinen. Im Vergleich zu St. Pauli, dessen Wahrscheinlichkeit für den Klassenerhalt bei 49 Prozent liegt (35 Prozent Relegation, 16 Prozent Abstieg), hat Wolfsburg mit nur 11 Prozent einen klaren Abstiegstrend. Die Prognosen der GSN für verschiedene Teams zeigen eindrucksvoll die Risiken für die abstiegsbedrohten Klubs.
- HSV: 95% Klassenerhalt, 4% Relegation, 1% Abstieg
- Gladbach: 96% Klassenerhalt, 3% Relegation, 1% Abstieg
- Werder: 87% Klassenerhalt, 9% Relegation, 4% Abstieg
- Köln: 64% Klassenerhalt, 26% Relegation, 10% Abstieg
- St. Pauli: 49% Klassenerhalt, 35% Relegation, 16% Abstieg
- Wolfsburg: 11% Klassenerhalt, 19% Relegation, 70% Abstieg
- Heidenheim: 1% Klassenerhalt, 2% Relegation, 97% Abstieg
In den kommenden Wochen wird sich herausstellen, ob St. Pauli den Mut aufbringen kann, um dann vielleicht doch noch das Ruder herumzureißen. Alles hängt von einer starken Leistung in den nächsten Spielen ab. Die Zeit drängt und das Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Realität könnte nicht größer sein. Der Gang in die zweite Liga schwebt wie ein Schatten über den Jungs vom Millerntor.
Für weitere Informationen zur aktuellen Situation von St. Pauli und der Bundesliga-Situation lesen Sie Abendblatt und NDR.
