Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das von Oceanwide Expeditions betrieben wird, hat das Hantavirus für mehrere besorgniserregende Fälle gesorgt. An Bord des Schiffes, das während seiner Reise von Argentinien zu den Kanaren unterwegs war, sind zahlreiche Passagiere erkrankt, wobei bereits drei Menschen, darunter ein niederländisches Ehepaar und eine Frau aus Deutschland, verstorben sind. Gerade am 6. Mai besorgte die Nachricht über eine Infektion mit dem Andes-Typ des Hantavirus einen Briten, der heute in Johannesburg behandelt wird. Laut tag24 beträgt die Sterberate bei Infektionen mit diesem Virus schwerwiegenden 30 bis 40 Prozent, besonders für ältere Menschen.
Aktuell wird berichtet, dass eine Person mit Verdacht auf Hantavirus-Infektion von dem Kreuzfahrtschiff evakuiert wurde. Das Klinikum St. Georg hat bereits signalisiert, dass es bereit ist, solche Patienten aufzunehmen – und das trotz der Tatsache, dass bisher nur eine Kontaktperson nach Deutschland gebracht wurde. Diese Person wird in Düsseldorf behandelt, zeigt allerdings keine Symptome.
Übertragung und Symptome des Hantavirus
Ein wichtiger Aspekt, den es zu beachten gilt, ist die Art der Übertragung des Hantavirus. In der Regel erfolgt diese durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen, ebenso kann es durch das Einatmen von kontaminiertem Staub zu einer Infektion kommen. Die Infektion kann grippeähnliche Symptome hervorrufen, kann aber auch schwerwiegender verlaufen. Laut ZDF ist die Inkubationszeit für Hantavirus-Infektionen in der Regel zwei bis vier Wochen, kann aber auch bis zu 60 Tage dauern.
Das besagte Kreuzfahrtschiff steuert nun nach Teneriffa, wo die Gesundheitsbehörden die verbleibenden asymptomatischen Passagiere medizinisch versorgen wollen. Obwohl der Andes-Typ, der auf dem Schiff auftrat, auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist, sind der natürliche Wirt und die Hauptübertragungswege vor allem durch Nagetiere gegeben.
Reaktionen und weitere Maßnahmen
Die Tatsache, dass es auf dem Schiff zu mehreren Todesfällen kam, hat nicht nur medizinische, sondern auch politische Konsequenzen. Die spanischen Behörden arbeiten eng mit der WHO zusammen, um Evakuierungspläne zu erstellen. Zudem protestierte der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, gegen die Entscheidung, das Schiff anlegen zu lassen. Gesundheitsministerin Mónica García wies derweil alle Bedenken zurück und versicherte, dass die verbleibenden Passagiere asymptomatisch seien. In der Zwischenzeit plant Spanien, ausländische Betroffene durch einen Katastrophenschutzmechanismus in ihre Heimatländer zurückzuführen.
Ein ehemaliger Passagier der „Hondius“, der Ende April aus Südamerika zurückkehrte, wurde bereits in der Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet und wird im Universitätsspital Zürich behandelt. Das Bundesamt für Gesundheit beurteilt weitere Fälle in der Schweiz als unwahrscheinlich.
Zusammengefasst bleibt die Situation angespannt, während die Behörden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung des Hantavirus zu kontrollieren und die betroffenen Personen zu versorgen. Auch wenn Hantaviren weltweit verbreitet sind und es keinen Impfstoff gibt, ist die Gefahr einer Pandemie gering, da sie nicht mutieren wie beispielsweise Coronaviren. Ein gewisses Maß an Verantwortung für die Versorgung der Patienten liegt jedoch bei den zuständigen Behandlungszentren in den betroffenen Regionen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen, wie auf tagesschau berichtet.