Gestern, am 7. Mai 2026, kam es zu einer beunruhigenden Situation auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius. Eine Person wurde mit Verdacht auf Hantavirus-Infektion von Bord evakuiert. Auf diesem Schiff, das sich auf einer Reise von Argentinien nach Kap Verde befand, sind bereits mehrere Passagiere erkrankt, drei von ihnen haben die Krankheit nicht überlebt. Das weckt Sorgen, denn das betroffene Virus ist die Andes-Variante, die aus Südamerika stammt und eine alarmierende Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent aufweisen kann, besonders bei älteren Menschen.

Prof. Dr. Christoph Lübbert, der Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin in Leipzig, hat bestätigt, dass seine Klinik bereit ist, Hantavirus-Patienten aufzunehmen. Bisher wurden nur einheimische Varianten behandelt, aber die Andes-Variante ist etwas, das neue Herausforderungen mit sich bringt. „Wir haben schon einige Patienten mit Hantavirus-Infektionen behandelt, aber das hier ist eine besondere Situation“, sagt Lübbert.

Die Lage auf dem Kreuzfahrtschiff

Die Situation auf der Hondius ist angespannt. Insgesamt sind zwei Passagiere mit dem Andes-Typ infiziert worden. Zu den Todesopfern zählen ein niederländisches Ehepaar sowie eine Frau aus Deutschland. Die WHO hat die Lage im Blick und berichtet von insgesamt acht Erkrankungsfällen. Besonders alarmierend ist, dass die Übertragung des Hantavirus nicht nur durch Kontakt mit Nagetieren erfolgt, sondern auch von Mensch zu Mensch möglich ist. Das macht die Sache umso komplizierter.

Erst neulich wurde ein ehemaliger Passagier der Hondius in der Schweiz positiv getestet. Er hatte Ende April mit seiner Frau von Südamerika zurückgekehrt und suchte nach Symptomen das Krankenhaus auf. Man fragt sich, wie viele Menschen sich möglicherweise anstecken könnten, ohne es zu wissen.

Medizinische Reaktionen

Das Klinikum St. Georg in Leipzig hat seine Türen geöffnet, um möglicherweise ankommende Hantavirus-Patienten zu behandeln. Bisher wurde nur eine Kontaktperson nach Deutschland gebracht, die in Düsseldorf behandelt wird, zeigt jedoch keine Symptome. Da die Verantwortung für die Versorgung der Patienten in den Händen der zuständigen Behandlungszentren in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen liegt, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt.

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Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: Hantaviren sind in vielen Regionen der Welt verbreitet. In Deutschland erkranken jährlich einige Hundert Menschen an Hantavirus-Infektionen, aber in den letzten 25 Jahren gab es nur einen Todesfall. Dies zeigt, dass die Gefahr zwar real ist, aber nicht unbedingt jede Infektion tödlich enden muss. Die Inkubationszeit kann zwischen zwei und vier Wochen liegen, was bedeutet, dass die Menschen, die sich jetzt anstecken, möglicherweise noch Wochen keine Symptome zeigen.

Globale Dimensionen

Die derzeitige Situation hat auch internationale Dimensionen. Südafrikanische Gesundheitsbehörden berichten von einem Briten, der auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt wird. Das Schiff, das ursprünglich die Kanaren ansteuern wollte, bleibt unter Beobachtung, während Spanien in Abstimmung mit der WHO und der EU handelt. Es heißt, dass alle verbleibenden Passagiere asymptomatisch seien, aber wie lange bleibt das noch so?

Gesundheitsministerin Mónica García aus Spanien hat die Bedenken der örtlichen Bevölkerung zurückgewiesen. Doch die Unsicherheit bleibt. Reisende und Passagiere sind besorgt, und es stehen Fragen im Raum, die noch unbeantwortet sind. Wer könnte der Nächste sein? Wie geht es weiter mit dem Kreuzfahrtschiff und seinen Passagieren?