Hitzewelle bedroht werdende Mütter und ihre Kinder: Frühgeburten im Fokus
Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur Schwitzen und Schweiß, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich – und das nicht nur für uns, sondern ganz besonders für Schwangere. Gerade in Zeiten, wo die Temperaturen in den letzten Jahren stark angestiegen sind, wird die Gefahr von Frühgeburten immer präsenter. Medizinerinnen des Hamburger Universitätsklinikums haben in einer aktuellen Studie alarmierende Zahlen veröffentlicht, die es in sich haben. Hitzeperioden mit Temperaturen über 30 Grad Celsius – und das über fünf Tage – oder sogar zwei Tage bei über 35 Grad Celsius, erhöhen das Risiko für späte Frühgeburten (zwischen der 34. und 37. Schwangerschaftswoche) erheblich.
Wie gefährlich das für die werdenden Mütter und ihre Kinder ist, zeigt sich besonders deutlich: Bei 30 Grad steigt das Risiko für Frühgeburten um 20 Prozent, und bei über 35 Grad sogar um 45 Prozent! Die Studie, die Daten von rund 42.000 Geburten analysierte, macht auch deutlich, dass Mädchen im Mutterleib empfindlicher auf Hitze reagieren und somit häufiger zu früh zur Welt kommen. In den letzten sechs Wochen vor dem errechneten Termin ist die Gefahr besonders hoch – das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Hitzestress, der Blutfluss zum Kind wird beeinträchtigt, und das Stressniveau der Schwangeren steigt. Ein Teufelskreis, der niemandem gut tut.
Der Klimawandel und seine Auswirkungen
Und jetzt kommt der Hammer: Durch den Klimawandel wird sogar mit einer Zunahme von Frühgeburten gerechnet. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der Körper von Schwangeren unter Hitzestress leidet, und das hat nichts mit einer ungemütlichen Sommerhitze zu tun. In Deutschland gibt es durchschnittlich 22 Hitzetage pro Jahr, und gut die Hälfte davon ist auf den Klimawandel zurückzuführen. Moment mal – das bedeutet, dass derzeit jede zehnte Schwangerschaft mit einer Frühgeburt endet! Wissenschaftler:innen sind sich einig: Bis 2033 könnten etwa 15 Prozent der Geburten Frühgeburten sein. Das bedeutet, fast jedes sechste Kind könnte zu früh auf die Welt kommen.
Die Hauptursache für diese besorgniserregende Entwicklung? Genau, der Hitzestress bei werdenden Müttern. Extreme Temperaturen, wie der Hitzerekord in Hamburg mit 40,1 Grad Celsius im Juli 2022, sind nicht nur eine Herausforderung für uns Menschen, sondern sie erhöhen auch das Risiko für Frühgeburten. Insbesondere bei Mädchen, die, wie bereits erwähnt, empfindlicher reagieren. Wenn schwangere Frauen versuchen, ihren Körper und das ungeborene Kind zu kühlen, entsteht Hitzestress. Das Risiko für Frühgeburten steigt mit jedem zusätzlichen Hitzetag und Grad Celsius.
Prävention und Empfehlungen
Was können werdende Mütter also tun, um sich und ihr Baby zu schützen? Die Expertinnen empfehlen, bei hohen Temperaturen die Sonne zu meiden und sich in klimatisierten Räumen aufzuhalten. Körperliche Aktivitäten sollten in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, wenn es etwas kühler ist. Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen können Anzeichen für eine Überhitzung sein – und die gilt es ernst zu nehmen. Das ist kein Spaß, Leute!
Außerdem hat die Langzeitstudie PRINCE, die seit 2011 läuft, den Einfluss des Lebensstils von Schwangeren auf die Gesundheit der Kinder untersucht. Über 800 Schwangere haben daran teilgenommen, und die ersten Babys sind mittlerweile schon zehn Jahre alt. Die Ergebnisse sind vielversprechend und sollen helfen, molekulare Mechanismen der vorgeburtlichen Entwicklung zu entschlüsseln sowie Präventionsstrategien zu entwickeln.
Die Prognosen sind düster, wenn wir nicht handeln. Bis 2033 könnten bis zu 15 Prozent der Kinder zu früh geboren werden, was dramatische Folgen für die Gesundheit der Neugeborenen haben kann. Es ist höchste Zeit, die Alarmglocken läuten zu lassen und die notwendige Aufmerksamkeit auf diese Thematik zu richten. Denn es geht um die Zukunft unserer Kinder, und die sollten wir nicht aufs Spiel setzen.
