Alarmstufe Rot: Deutschlands Kliniken kämpfen gegen die Hitzewelle!
Die Sommerhitze bringt nicht nur Urlaubsfeeling mit sich, sondern auch erhebliche gesundheitliche Risiken – und das besonders in einer Stadt wie Hamburg. In den letzten Jahren sind die Hitzetage merklich angestiegen, was nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern auch die Belastung für das Gesundheitssystem enorm erhöht. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat in einem Hitzeschutzplan vor drei Jahren Maßnahmen ergriffen, um Patienten und Personal besser zu schützen. Doch der Handlungsbedarf bleibt hoch.
Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, wie massiv die Hitzewellen durch den Klimawandel zunehmen. Gab es in den 1950er Jahren im Schnitt kaum Hitzetage, so waren es im letzten Jahrzehnt über 20 Tage pro Jahr, an denen die Temperaturen die 30 Grad Celsius-Marke überschritten. Diese Extremtemperaturen führen nicht nur zu gesundheitlichen Problemen wie Hitzschlägen, sondern auch zu schockierenden Statistiken: In den Hitzesommern 2018 und 2019 starben in Deutschland rund 15.500 Menschen aufgrund der Hitzefolgen.
Unzureichende Maßnahmen in den Kliniken
Von 289 befragten Kliniken haben 60% keine zusätzlichen Maßnahmen gegen die Hitze ergriffen. Der Hauptgrund dafür? Fehlendes Geld, das laut 96% der Befragten oft der entscheidende Hemmschuh ist. Während das UKE spezielle Klimatisierungsmaßnahmen in Intensivstationen und Operationssälen implementiert hat, bleibt der Großteil der Klinikflächen unzureichend klimatisiert. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert daher ein umfangreiches Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro, um die medizinische Versorgung unter Extrembedingungen zu gewährleisten.
Die Situation ist ernst: In Hitzewellen könnte die Notaufnahme überlastet werden, und auch Personalengpässe sind nicht ausgeschlossen. Ärzteschaft und Pflegepersonal sehen sich einer immer drängenderen Herausforderung gegenüber, die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten.
Politik in der Pflicht
Politische Entscheidungsträger sind gefordert, Lösungen zu finden. Länder und Kommunen sind für Hitzemaßnahmen und Hitzeaktionspläne zuständig. Ziel ist es, lokale Bevölkerung vor Hitzewellen zu schützen. Seit 2017 gibt es umfassende Empfehlungen zur Erstellung solcher Pläne, die auf einer WHO-Leitlinie basieren. Diese beinhalten unter anderem Konzepte zur Stadtgestaltung und Maßnahmen für mehr Stadtgrün sowie spezielle Handlungsabläufe in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Mehr Städte und Kommunen setzen vermehrt solche Hitzeaktionspläne um, um auf die steigenden Temperaturen zu reagieren, wie das Bundesgesundheitsministerium hervorhebt.
Nachhaltigkeit und vorausschauendes Handeln sind das Gebot der Stunde. Für Hamburg und andere deutsche Städte wird es entscheidend sein, jetzt zu handeln, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft sicherzustellen.
