Das ehemaligen Karstadt-Gebäude in Bergedorf gehört nun offiziell der Stadt Hamburg. Diese Entscheidung wurde getroffen, um das leer stehende Gebäude, das seit der Schließung der Karstadt-Filiale Ende Januar 2021 ungenutzt ist, wiederzubeleben. Finanzsenator Andreas Dressel berichtete, dass die Verhandlungen zum Kauf des rund 4.200 Quadratmeter großen Geländes intensiv waren. Neben dem Karstadt-Gebäude wird auch das angrenzende Grundstück Teil der städtischen Entwicklungspläne. Die Zielsetzung dabei ist klar: Die Innenstadt von Bergedorf soll durch neue Wohnangebote und Geschäfte lebendiger gestaltet werden, wie ndr.de berichtet.
Ein Teil der Entwicklung sieht auch den Abriss des Thalia-Hauses vor, um Platz für ein 5-Sterne-Hotel mit Blick auf die Alster zu schaffen. Darüber hinaus sind Büros und Wohnungen geplant. Die Fertigstellung dieser neuen Bauprojekte wird für 2028 angestrebt. Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann bezeichnete diesen Kauf als wichtigen Zwischenschritt zur aktiven Steuerung der Entwicklung in der Region. Die Umgestaltung des Geländes könnte die Attraktivität Bergedorfs erhöhen und gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen.
Belebung des Bergedorfer Zentrums
Mit der Schließung der Karstadt-Filiale hinterließ die Stadt nicht nur eine große Lücke, sondern auch die Möglichkeit, diese neu zu gestalten. Der Abriss der Filiale verrechnet sich auf eine Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern, die nun neuen Entwicklungen zur Verfügung stehen. Die Stadt plant, diese Fläche für gemischt genutzte Bebauungen zu nutzen. Im Erdgeschoss sollen Einzelhandels- und Gastronomieflächen entstehen, während in den oberen Stockwerken Wohnraum geschaffen wird. Das Ziel dieser Bauvorhaben ist die Belebung und Stärkung des Bergedorfer Zentrums, wie hamburg.de erklärt.
Um eine fundierte Planung zu gewährleisten, wurde ein mehrstufiges Vorgehen zur Entwicklung beschlossen. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte einem hochbaulichen Werkstattverfahren zu, das zwischen Juni und November 2022 durchgeführt wurde. Der Siegerentwurf stammt von dem Hamburger Büro Henrik Becker Architekt und beinhaltet zwei Baukörper, die harmonisch an die Maßstäblichkeit des Ortes angepasst werden. Hierbei wird auch eine neue fußläufige Verbindung, die „Marktgasse“, eingerichtet, die den Bergedorfer Markt und die Straße Hintern Graben verbinden soll. Dies soll zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen, um die Innenstadt lebendiger zu gestalten.
Strategien gegen Leerstand
In Deutschland sind im Jahr 2022 knapp zwei Millionen Wohnungen ungenutzt geblieben, was einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent entspricht. Die Situation zeigt, dass es in strukturschwachen Räumen oft spezielle Strategien benötigt, um Leerstand aktiv zu bewältigen. In Hamburg jedoch gibt es die Möglichkeit, diese Herausforderung durch gezielte Stadtentwicklung zu meistern. Der Umgang mit Leerstand ist entscheidend für die zukünftige Entwicklung, insbesondere auch durch die Aktivierung von leerstehenden Gebäuden, wie das Difu hervorhebt.
Die Verantwortlichen in Hamburg sind sich dessen bewusst und verfolgen mit ihrem neuen Ansatz, sowohl Wohnraum als auch Einkaufsflächen attraktiv zu gestalten, ein klares Ziel: Leerstand soll nicht länger ein Problem, sondern eine Chance zur Verbesserung der Stadtentwicklung sein. Mit den neuen Plänen am Bergedorfer Markt verfolgt die Stadt das Ziel, den Standort infrastrukturell und wirtschaftlich zu stärken.