Heute erinnern wir uns an einen ganz besonderen Mann aus Hamburg: Richard Ohnsorg. Am 3. Mai 1876 erblickte der Theatermacher das Licht der Welt und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende Karriere im Bereich des plattdeutschen Schauspiels. Ohnsorg, der nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Bibliothekar tätig war, schuf mit dem Ohnsorg-Theater eine Institution, die bis heute für ihre Aufführungen in plattdeutscher Sprache bekannt ist. Seine Anfänge in der Theaterwelt führten ihn bereits im zarten Alter von 14 Jahren in die Rolle eines Intendanten, Regisseurs und Hauptdarstellers in einer Theatervereinigung.

Aufgewachsen in Hamburg und geprägt von der schulischen Bildung an Realschule und Gymnasium, kämpfte Ohnsorg gegen den Widerstand seiner Eltern, die seinen Berufswunsch nicht unterstützten. Dennoch schloss er 1896 das Abitur ab und studierte anschließend Philologie in Städten wie Marburg, Berlin und Rostock, wo er schließlich auch promovierte. 1901 fand er seinen Platz als Bibliothekar in Hamburg, wo er mehr als 30 Jahre tätig war und gleichzeitig seinem großen Traum des Theaters nachging.

Das Ohnsorg-Theater

Das Jahr 1902 war ein Wendepunkt: Ohnsorg gründete die „Dramatische Gesellschaft Hamburg“, die später zum Ohnsorg-Theater wurde. Dieses Theater feierte 1909 mit der Aufführung von „Der Lotse“ seinen ersten großen Triumph. Unermüdlich arbeitete Ohnsorg daran, die plattdeutsche Kultur auf die Bühnen zu bringen, was ihm durch die Zusammenarbeit mit bekannten Autoren wie Gorch Fock gelang. 1922 erhielt das Theater dann den Namen „Niederdeutsche Bühne“ und etablierte sich als kulturelle Institution im Hamburger Raum.

Die Zeiten waren jedoch nicht immer einfach. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Richard Ohnsorg von der Kulturverwaltung als Ehrenintendant abgesetzt. Doch 1946, in einem Zeichen des Respekts und der Anerkennung für seine Verdienste, wurde das Theater in „Richard Ohnsorg Theater“ umbenannt. Ohnsorg selbst verstarb am 11. Mai 1947 nach langem Leiden, sein Grab auf dem Ohlsdorfer Friedhof zeugt bis heute von seinem Wirken und enthält eine Botschaft zur Erhaltung der plattdeutschen Sprache.

Das Erbe des Theatermachens

Seine Vision und Leidenschaft für das Theater waren nicht umsonst. 1954 wurde das Ohnsorg-Theater erstmals im Fernsehen ausgestrahlt und erlangte bundesweite Bekanntheit. Die plattdeutsche Sprache und Kultur wurden durch Ohnsorgs Engagement nicht nur bewahrt, sondern auch populär gemacht. So bleibt Richard Ohnsorg einer der bedeutendsten Theatermacher Hamburgs, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.

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Sein Lebenswerk ist ein wertvoller Bestandteil der Hamburger Kulturlandschaft und ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie man mit einem guten Händchen und viel Einsatz eine ganze Sprache und Kultur lebendig hält. Das Andenken an Richard Ohnsorg wird weiterhin geehrt und geschätzt – ein echter Hamburger mit einem großen Herz für das Theater.