Inklusion in Hamburg: Schulbegleitung bleibt unverrückbar
In Hamburg, wo die Elbe gemächlich dahinfließt und der Wind frische Brise bringt, hat Bildungssenatorin Ksenija Bekeris in einer aktuellen Bürgerschaftssitzung klargestellt, dass die Schulbegleitung nicht zur Disposition steht. Inklusion an Hamburgs Schulen sei ein unverrückbares Ziel, und das ist ein starkes Zeichen für alle betroffenen Familien. Es gibt viele, die sich in letzter Zeit verunsichert fühlten – insbesondere durch die alarmierenden Meldungen in sozialen Medien. Bekeris hat dem jedoch einen Riegel vorgeschoben und betont, dass die Anspruchsvoraussetzungen und Bewilligungskriterien für Schulbegleitungen unverändert bleiben.
Das bedeutet konkret, dass der individuelle Unterstützungsbedarf der Kinder nach wie vor im Mittelpunkt steht. Ein Bewilligungsverfahren, das weiterentwickelt wird, soll Transparenz schaffen und die Unterstützung noch besser auf die Bedürfnisse der Schüler zuschneiden. Die Zahlen sprechen für sich: Während 2014 nur 6,75 Millionen Euro für die Schulbegleitung ausgegeben wurden, sind es im Jahr 2024 bereits 32,6 Millionen Euro. Und die Anzahl der bewilligten Schulbegleitungen ist von 1.574 im Schuljahr 2014/2015 auf 4.011 für 2025/2026 gestiegen. Das lässt sich nicht alles nur durch Fachlichkeit erklären – die Bewilligungen wurden teilweise weit gefasst. Es ist wichtig zu wissen: Schulbegleitung ist eine Teilhabeleistung, keine bloße Zusatzressource.
Vielfalt der Unterstützungsbedarfe
In diesem Kontext dürfen wir nicht vergessen, dass Schulbegleiter:innen mit Einfühlungsvermögen und Fachwissen arbeiten, um die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen der Kinder zu fördern. Es gibt zwei Hauptgruppen von Schülern, die Unterstützung benötigen: Zum einen sind da die Kinder und Jugendlichen mit psychosozialen Herausforderungen, die oft intensive Begleitung brauchen. Zum anderen sind es Schüler:innen mit körperlichen, geistigen oder motorischen Beeinträchtigungen, die umfassende Unterstützung benötigen. Die engagierten Schulbegleiter:innen tragen somit einen wesentlichen Teil zur Inklusion im Schulalltag bei.
Während Hamburg sich auf diesen Weg der Inklusion weiterbewegt, erproben andere Kommunen innovative Modelle, um die Schulbegleitung effizienter zu gestalten. Das Pool-Modell beispielsweise, bei dem Schulbegleiter nicht mehr personenbezogen, sondern gruppenbezogen zugeordnet werden, könnte eine Lösung für den Fachkräftemangel sein. Durch flexiblere Einsätze kann die Unterstützung auch bei plötzlichen Ausfällen schnell organisiert werden. Diese Ansätze könnten helfen, die Kooperation zwischen Schulen und Schulbegleitungen zu verbessern, die oft durch unklare Zuständigkeiten erschwert wird.
Ein Blick über den Tellerrand
Im gesamten Bundesgebiet gibt es ähnliche Entwicklungen. Niedersachsen hat 2024 eine Gesetzesänderung zur „Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe“ initiiert, die eine Bündelung von Schulbegleitungen in einem Personalpool ermöglicht. Das könnte die Effizienz steigern und gleichzeitig den Druck auf die Lehrkräfte verringern. Doch die Diskussion darüber, ob individuelle Leistungen in pauschalierte Unterstützungsleistungen umgewandelt werden sollten, wirft Fragen auf. Kritiker befürchten, dass damit der Individualanspruch verloren gehen könnte – und das ist ein Punkt, der viele Eltern beunruhigt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Kosten für Kommunen im Bereich Pflege und Jugendhilfe schießen in die Höhe. Von 38 Milliarden Euro im Jahr 2007 wird ein Anstieg auf schätzungsweise 102 Milliarden Euro bis 2027 prognostiziert. Doch das Recht auf Schulbegleitung bleibt bestehen, vor allem für die Familien, deren Hilfebedarf nicht gedeckt werden kann. Die Antragsverfahren sind oft kompliziert – es bedarf medizinischer oder psychotherapeutischer Diagnosen, was den Zugang erschwert. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Schulbegleitungen könnte einfacher sein, wenn die Zuständigkeiten klarer geregelt wären.
In dieser facettenreichen Landschaft der Schulbegleitung zeigt sich, wie wichtig es ist, den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und gleichzeitig innovative Ansätze zu entwickeln. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Inklusion weiter voranzutreiben und die Unterstützung für alle Schüler:innen zu gewährleisten – denn letztlich sollten alle Kinder die Chance auf eine gute Bildung haben, egal unter welchen Umständen.
