Schwarze Spuren und Rätsel: Der Brandvorfall in der Kirche St. Georg
Die kleine, aber feine Kirche St. Georg in Eggstätt war am Donnerstag, dem 18. Juni, Schauplatz eines beunruhigenden Vorfalls. Zwischen 7 und 16 Uhr wurde Brandgeruch auf dem angrenzenden Friedhof wahrgenommen, was die aufmerksamen Zeugen dazu veranlasste, sofort die Einsatzkräfte zu alarmieren. Man kann sich gut vorstellen, dass es einen kurzen Schauer gab, als die Feuerwehrleute eintrafen und sahen, dass ein Vorhang an der linken Eingangsseite der Kirche vollständig abgebrannt war. Was für ein Schreck!
Bei einer ersten Nachschau wurde zudem festgestellt, dass die dahinterliegende Wand stark verrußt war. Zum Glück traf die Freiwillige Feuerwehr Eggstätt ein, als das Feuer bereits erloschen war. Ein Glück im Unglück, denn es gab glücklicherweise keine Verletzten zu beklagen. Die Feuerwehr kontrollierte den Brandort gründlich, um sicherzustellen, dass keine Glutnester zurückgeblieben waren, die ein erneutes Aufflammen des Feuers hätten verursachen können. Die Ursache des Brandes bleibt jedoch ein Rätsel, und die Ermittlungen der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee laufen auf Hochtouren.
Brandgefahr bei Kirchen
Ein solches Feuer in einer Kirche ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern wirft auch ein Licht auf ein weit verbreitetes Problem: Kirchen in Deutschland stehen unter ständigem Schutzbedarf aufgrund von Brandgefahren. Jährlich entstehen etwa 50 bis 60 Brände in Kirchen – das macht im Schnitt einen Brand pro Woche. Die meisten dieser Brände sind zum Glück eher klein und können relativ schnell von Kirchenpersonal oder der Feuerwehr gelöscht werden. Aber die Gefahr von Großbränden, die zwischen 8 und 17 % der Vorfälle ausmachen, ist nicht zu unterschätzen. Diese können erhebliche Schäden an der oft wertvollen Ausstattung verursachen und gefährden das kulturelle Erbe unserer einzigartigen Kirchen.
Die Kirche St. Georg ist dabei keine Ausnahme. Mit ihrer historischen Bedeutung und der wertvollen Ausstattung könnte ein Brand hier verheerende Folgen haben. Die Geschichte kennt viele Beispiele: Vom Altenberger Dom mit seinem beeindruckenden gotischen Westfenster aus dem 14. Jahrhundert bis zur Evangelischen Dorfkirche in Osterwohle, deren Ausstattung bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Es ist klar, dass Brandschutzmaßnahmen in Kirchen dringend notwendig sind, besonders in den kleineren, die oft unzureichend geschützt sind. Komischerweise werden viele Kirchen erst nach einem Brand saniert und mit modernen Brandschutzeinrichtungen ausgestattet.
Wenn die Feuerwehr bei einem Kirchenbrand ausrückt, umfasst ihre Arbeit nicht nur das Löschen des Feuers, sondern auch wichtige Maßnahmen wie Entrauchung und Belüftung der Kirchenschiffe. Das hat nicht nur mit der Sicherheit zu tun, sondern auch mit dem Erhalt der kulturellen Schätze, die in diesen alten Mauern verborgen sind. Es bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell zu einer Klärung führen und solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können.
