In den letzten Jahren hat sich das Behandlungskonzept der Katheterablation in Deutschland stark gewandelt. Ein besonders innovativer Ansatz ist das Same Day Discharge (SDD), das es ausgewählten Patientinnen und Patienten ermöglicht, noch am Tag des Eingriffs wieder nach Hause zu gehen. Diese Entwicklung erfreut sich wachsender Beliebtheit und Akzeptanz unter den Betroffenen, wie der Chefarzt der Asklepios Klinik St. Georg, Stephan Willems, berichtet. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits 30 Prozent der Katheterablationen als SDD durchgeführt, was die positive Resonanz eindrucksvoll unterstreicht.

Die steigende Bedeutung von SDD ist nicht nur ein Trend, sondern auch eine Antwort auf gesundheitspolitische Entwicklungen. Klinische Erfahrungen zeigen, dass die Komplikations- und Wiederaufnahmeraten bei SDD nicht erhöht sind. Willems hat dafür die internen Abläufe seiner Klinik angepasst und eine Tagesklinik eingerichtet, die es ermöglicht, die Patienten in speziellen Day-Care-Einheiten sicher zu entlassen. Diese Umstrukturierung erfordert nachweislich klar strukturierte Abläufe, standardisierte Prozesse und Checklisten, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.

Vorteile des Same Day Discharge

Das SDD-Modell ist insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern oder supraventrikulären Tachykardien geeignet, die stabile Begleiterkrankungen haben. Allerdings gibt es auch klare Grenzen für diese Art der Entlassung: Bei schwerer Herzinsuffizienz, akuten Nierenerkrankungen oder fehlender häuslicher Unterstützung wird von einer sofortigen Entlassung abgeraten. Komplexe Eingriffe, wie die TAVI oder VT-Ablationen, bleiben weiterhin stationär.

Ein weiteres Beispiel für die Implementierung des SDD-Konzepts findet sich am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck. Hier wurde das SDD-Konzept ebenfalls erfolgreich etabliert, wodurch Patienten nun nach dem Eingriff nicht mehr mindestens eine Nacht zur Überwachung bleiben müssen. Die klinischen Strukturen wurden so umgestaltet, dass alle Abläufe von der Patientenaufklärung bis zu den Nachuntersuchungen optimiert wurden.

Innovative Techniken und Forschung

Die moderne Technik spielt eine entscheidende Rolle im SDD-Prozess. So verkürzen neue Verschlusssysteme die Zeit, in der Patienten einen Druckverband tragen müssen, was die Mobilisation und Blutstillung erheblich beschleunigt. Zudem wurden erste Studien durchgeführt, die die Durchführbarkeit und Sicherheit des SDD-Ansatzes belegen. Eine randomisierte kontrollierte Studie, bekannt als SAHZAM AF, wird derzeit am Campus Lübeck und an zehn weiteren europäischen Zentren durchgeführt, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

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Zusätzlich hat die Klinik für Rhythmologie am UKSH neuartige Ablationskatheter im Einsatz, die eine präzisere und individuell abgestimmte Therapie ermöglichen. Ärzte haben die Möglichkeit, zwischen Hitzeablation und Elektroporation zu wechseln, was die Behandlung weiter optimiert. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Universitären Herzzentrums Lübeck sorgt dafür, dass die Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Same Day Discharge-Konzept nicht nur eine effiziente Ressourcennutzung und bessere Planbarkeit klinischer Abläufe ermöglicht, sondern auch die Behandlungsqualität und Sicherheit der Patienten in den Fokus rückt. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieses Modell in den kommenden Jahren weiter etablieren wird, doch die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend.