In Leipzig fand kürzlich eine bemerkenswerte Fortbildung statt, die die Bedeutung von Religionspädagogik für Kinder erneut in den Fokus rückte. Der Religionspädagoge und Autor Rainer Oberthür leitete die Veranstaltung im Pfarrsaal der Gemeinde St. Georg. Hier diskutierte er mit den Begleitern der Religiösen Kinderwochen (RKW) über die Herausforderungen und Chancen, die sich beim Gespräch mit Kindern über ihren Glauben ergeben. Ein zentraler Punkt seiner Diskussion war die Erkenntnis, dass Kinder oftmals ein feines Gespür für die Gegensätze der Welt entwickeln und in der Lage sind, über komplexe Themen nachzudenken.

Oberthür, der bereits zahlreiche Bücher zu Glaubensfragen veröffentlicht hat, beginnt seine Gespräche üblicherweise mit offenen Fragen. „Nicht nur Kinder haben die Fähigkeit, zu reflektieren, sondern sie verdienen es auch, gehört zu werden“, erklärt er. Diese Herangehensweise wertschätzt die einzigartigen Perspektiven der Kinder und ermutigt sie, schwierige Questions zu erwägen und eigene Antworten zu finden. Als besonders wertvoll betrachtet er die RKWs, die über Generationen hinweg Prägendes für Kinder und Jugendliche leisten. Unterstützung erfährt Oberthür auch von Monsignore Georg Austen, der das pädagogische Konzept der RKWs hervorhebt.

Fortbildung und neue Projekte

Diese Grundsätze spiegelt auch die kontinuierliche Arbeit von Oberthür wider, der in den letzten Jahren an über 300 Verbindungslehrer*innen-Tagungen im Bistum Aachen teilgenommen hat. Die nächsten Tagungen stehen bereits in den Startlöchern: Am 9. Juni 2026 in Viersen, gefolgt von Gemünd am 10. Juni, Mönchengladbach am 16. Juni und schlussendlich Aachen am 23. Juni. Hierbei sind alle Veranstaltungen von 10:30 bis 16:00 Uhr angesetzt, und weitere Informationen sind auf der Webseite des Bistums Aachen zu finden.

Ein aufregendes Projekt in Oberthürs Schaffenslauf ist die neue Kinderbibel mit dem Titel „Die Kinderbibel – eine Entdeckungsreise“, die 2025 erscheinen soll. Diese wurde zudem als „Religiöses Kinderbuch des Monats November“ ausgezeichnet. Seine kreative Arbeit endet jedoch nicht hier, denn es wurden auch drei Videos zur Kinderbibel veröffentlicht, die er zusammen mit seinem Sohn Daniel produziert hat.

Religiöse Bildung in Kitas und Familienzentren

Die Rolle von Kitas und Familienzentren im Bereich religiöser Bildung ist nicht zu unterschätzen. Wie Caritas Campus betont, fungieren diese Einrichtungen als Lern- und Lebensorte des Glaubens und bieten sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Kinder und Erwachsene. Sie ermöglichen es, die Spuren Gottes im Leben der Menschen zu entdecken und schaffen einen Raum für die Auseinandersetzung mit Glauben und Spiritualität.

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Fortbildungen für die Mitarbeitenden dieser Einrichtungen sind von großer Bedeutung. Die Angebote zielen darauf ab, nicht nur die interreligiöse Kompetenz zu fördern, sondern auch praxisnahe Impulse für die Vermittlung religionspädagogischer Inhalte zu bieten. Diese Initiativen sind insbesondere für Mitarbeiter in katholischen Einrichtungen von Interesse, jedoch auch für fachlich Interessierte, einschließlich Nicht-Christen.

Rainer Oberthür wird seine Arbeit im Katechetischen Institut nach 37 Jahren zum 1. September 2026 beenden. Derzeit befindet er sich im letzten Fortbildungsjahr und wird von vielen für seine engagierte und einfühlsame Art geschätzt, wie er Kindern und Erwachsenen die Botschaft des Glaubens näherbringt.

Der Dialog über Glaubensfragen bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft, und es obliegt uns, diesen auch weiterhin zu fördern. Oberthürs Engagement zeigt uns, dass es wichtig ist, den Kindern zuzutrauen, auch die komplexesten Themen verstehen und bearbeiten zu können – und das auf eine Art und Weise, die ihren individuellen Fragen gerecht wird.