Heute, am 5. Juni 2026, versammelten sich zahlreiche Erwachsene im Pfarrsaal der Gemeinde St. Georg in Leipzig, um an einer ganz besonderen Fortbildung teilzunehmen. Diese Veranstaltung wurde von Rainer Oberthür, einem leidenschaftlichen Religionspädagogen und Autor, geleitet. Es war ein Raum voller Energie und Neugier, in dem Erwachsene Lieder sangen, die man sonst eher von Kindern hört. Ein schöner Kontrast, der die Seele erwärmte und den Raum mit Leben füllte.

Rainer Oberthür hat sich als Experte dafür bekannt, mit Kindern über tiefgründige Fragen des Lebens zu sprechen. Er glaubt fest daran, dass Kinder ein feines Gespür für die Gegensätze in der Welt haben. Daher beginnt er seine Gespräche oft mit Fragen, die die Kleinen zum Nachdenken anregen. „Kinder sind oft viel klüger, als wir denken“, sagt Oberthür. Und in der Tat, er fordert von ihnen mehr, als es viele Erwachsene erwarten würden. Diese Herangehensweise ist nicht nur erfrischend, sondern auch notwendig – schließlich ist es wichtig, dass auch schwierige Fragen nicht ausgespart werden.

Die Bedeutung der Religiösen Kinderwochen

Die Religiösen Kinderwochen (RKW) haben in unserer Region eine lange Tradition. Sie prägen Kinder und Jugendliche über Generationen hinweg und bieten einen geschützten Raum, in dem Glaube und Spiritualität entdeckt werden können. Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks, bekräftigte in seinem Eröffnungsgespräch die Bedeutung dieser Wochen und hob deren wertvolles pädagogisches Konzept hervor. „Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Fähigkeit, das eigene Glaubensleben zu reflektieren“, so Austen.

Oberthür ist ein großer Befürworter der RKWs. Er hat kürzlich eine neue Kinderbibel mit dem Titel „Die Kinderbibel – eine Entdeckungsreise“ angekündigt, die 2025 erscheinen soll. Diese Bibel ist nicht nur ein Buch, sondern ein Wegweiser für Kinder, um die Geschichten des Glaubens auf eine aufregende Weise zu entdecken. Es ist kein Zufall, dass diese Bibel im November als „Religiöses Kinderbuch des Monats“ ausgezeichnet wurde, denn sie bietet Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit, gemeinsam über den Glauben nachzudenken.

Ein neues Kapitel im Leben von Rainer Oberthür

Die Fortbildung in Leipzig ist ein Teil von Oberthürs letztem Fortbildungsjahr im Katechetischen Institut. Nach 37 Jahren wird er seine Arbeit dort am 1. September 2026 beenden. Ein Schritt, der ihn mit vielen Emotionen erfüllt – und auch eine Ausschreibung für eine Dozentenstelle ab 1. August 2026 lässt bereits aufhorchen. Viele freuen sich schon auf die kommenden Tagungen im Bistum Aachen, wo Oberthür über 300 Verbindungslehrer*innen-Tagungen seit 1989 geleitet hat. Die letzte Tagung in Viersen wird am 9. Juni 2026 stattfinden, und die Vorfreude darauf ist spürbar.

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Außerdem hat Oberthür kürzlich in einem Podcast mit dem Titel „Religion im Kinderzimmer“ seine Gedanken und Ansichten zu Glaubensfragen geteilt. Es ist klar, dass er auch weiterhin für seine Überzeugungen einstehen und die nächste Generation von Religionspädagogen inspirieren möchte. Ein weiteres Buch von ihm, „Der Kreuzweg in Formen und Farben“, ist ebenfalls frisch erschienen und vereint Grafiken von Cornelia Steinfeld mit seinen einfühlsamen Texten. Das Video über dieses Buch, erstellt von seinem Sohn Daniel, ist ein weiterer Beweis für das kreative Schaffen dieser Familie.

Religiöse Bildung in Kitas

Katholische Kitas und Familienzentren spielen eine zentrale Rolle, wenn es um den Kontakt mit Glauben und Religion geht. Diese Einrichtungen sind nicht nur Orte des Lernens, sondern auch des Lebens. Sie bieten Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit, die Spuren Gottes im Alltag zu entdecken. Fortbildungen für religiöse Bildung, wie sie auf dem CaritasCampus angeboten werden, zielen darauf ab, interreligiöse Kompetenz und ein besseres Verständnis für Spiritualität zu fördern. Es ist beeindruckend, wie diese Seminare Mitarbeitende in katholischen Einrichtungen sowie fachlich Interessierte – sogar Nicht-Christen – zusammenbringen.

So geht es also weiter, mit Rainer Oberthür und seiner Mission, den Glauben auf eine verständliche und ansprechende Weise zu vermitteln. Und während er sich auf neue Abenteuer vorbereitet, bleibt die Botschaft klar: Kindern zuzutrauen, dass sie komplexe Themen verstehen und eigene Antworten finden können, ist der Schlüssel zu einer lebendigen und zukunftsorientierten Glaubensbildung. Die Reise hat gerade erst begonnen.