Das Jugendhaus der St. Pauli Kirche am Pinnasberg in Altona-Altstadt wird Ende September seine Türen schließen. Nach mehr als 45 Jahren wird damit die Offene Jugendsozialarbeit eingestellt, eine Entscheidung, die Pastor Sieghard Wilm mit Bedauern zur Kenntnis nimmt. „Wir haben hier in der Nachbarschaft stets ein offenes Ohr für die Jugendlichen und ihre Anliegen gehabt, aber die Signale der Zeit sind nicht zu ignorieren“, so Wilm. Die Schließung ist vor allem das Resultat eines anhaltenden Rückgangs der Mitgliederzahlen der Kirchengemeinde, die aktuell nur noch 3.000 Mitglieder zählt – vor 20 Jahren waren es noch doppelt so viele.

Ein weiterer Grund für die Schließung ist die mangelnde finanzielle Unterstützung vonseiten der Stadt. Das Budget der Kirchengemeinde ist stark zusammengeschrumpft, was zu der schwierigen Entscheidungsfindung geführt hat. Das Jugendhaus war seit 1980 ein fester Bestandteil der Gemeinde und eine Anlaufstelle für viele Jugendliche. Doch die Nachfrage ist in den letzten Jahren gesunken, sodass Pastor Wilm nun auch Bedenken zur Zukunft der Offenen Jugendarbeit äußert, die ohnehin schon unterfinanziert ist. „Es sind andere Angebote in der Nachbarschaft vorhanden, die die Bedürfnisse der Jugendlichen besser bedienen können“, erklärt er weiter.

Weitere Schließungen in der Umgebung

Allerdings bleibt das Jugendhaus der St. Pauli Kirche nicht die einzige Einrichtung, die schließen muss. Auch der kirchliche Jugendtreff „Timo“ in Horn wird Ende des Monats seine Pforten schließen. Hier wird das Gebäude verkauft, und neue Räume sind nicht in Sicht, da die Finanzierung durch den Bezirk Mitte eingestellt wurde. Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die aktuelle Lage der Jugendsozialarbeit in Hamburg, die immer mehr ins Schwanken gerät.

Die Situation ist alarmierend; es sind zwar verschiedene Angebote vorhanden, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Ein Rückgang der Besucherzahlen lässt darauf schließen, dass die bestehenden Optionen nicht ausreichen oder nicht attraktiv genug sind. Zudem werden mit dem nächsten Haushalt weitere Sparmaßnahmen erwartet, was die Lage weiter verschärfen könnte.

Die Herausforderungen sind also vielfältig und die Zukunft der Jugendhäuser in Hamburg bleibt unsicher. Pastor Wilm und seine Kollegen suchen bereits nach sozialverträglichen Lösungen für die drei noch tätigen Mitarbeiter des Jugendhauses. Sie hoffen, dass die Schließungen nicht das endgültige Aus für die Offene Jugendsozialarbeit bedeuten, obwohl die Zeichen nicht günstig stehen.

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Um hierauf zu reagieren, könnte die Stadt Verantwortung übernehmen und kreative Lösungen finden, um die Jugendarbeit in den Stadtteilen zu stärken. Die Frage bleibt, ob dies rechtzeitig geschieht, um den Bedürfnissen der Jugendlichen in der Stadt gerecht zu werden.

Weitere Informationen zur Schließung des Jugendhauses findet man in den Berichten von NDR.