Heute ist der 5.06.2026 und die Nachrichten aus Neustadt schlagen ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das Jugendhaus der St. Pauli Kirche am Pinnasberg in Altona-Altstadt wird Ende September seine Türen schließen. Nach mehr als 45 Jahren engagierter Arbeit in der Offenen Jugendsozialarbeit ist das nun das Ende einer Ära. Pastor Sieghard Wilm hat sein Bedauern über diesen Schritt geäußert, was nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die gesamte Gemeinde tief trifft.

Seit 1980 wird das Jugendhaus von der St. Pauli Kirche betrieben. Doch die Zeiten ändern sich, und die kirchliche Gemeinde hat mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Aktuell zählt sie nur noch 3.000 Mitglieder – vor zwanzig Jahren waren es doppelt so viele. Ein Rückgang, der nicht nur die Gemeinschaft betrifft, sondern auch die finanziellen Mittel der Kirche. Die Unterstützung durch die Stadt reicht schlichtweg nicht aus, um die Offene Jugendarbeit weiterhin aufrechtzuerhalten. Es ist schon irgendwie traurig, wenn man bedenkt, wie lebendig und wichtig solche Orte für die Jugend sind.

Der Rückgang der Nachfrage

Die Anfrage nach den Angeboten des Jugendhauses hat in den letzten Jahren merklich abgenommen. Und auch der kirchliche Jugendtreff „Timo“ in Horn wird Ende des Monats schließen. Hier wird das Gebäude verkauft, neue Räumlichkeiten fehlen, und die Finanzierung durch den Bezirk Mitte ist ebenfalls eingestellt worden. Man fragt sich, wo die Jugendlichen in Zukunft ihre Zeit verbringen sollen. Es gibt zwar andere Angebote in der Nachbarschaft, doch ob diese die Bedürfnisse aller Jugendlichen abdecken können, bleibt fraglich.

Momentan sind noch drei Beschäftigte im Jugendhaus tätig, für die eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden soll. Wilm hat Bedenken geäußert, dass die Offene Jugendarbeit in Zukunft noch weiter unterfinanziert sein könnte. Weitere Sparmaßnahmen werden mit dem nächsten Haushalt erwartet – ein Gedanke, der einem den Magen umdreht. Die Stadtteilschule am Hafen hat ebenfalls ihre 7. bis 10. Klassen an einen zweiten Standort in die Neustadt verlegt, was die Situation nicht einfacher macht.

Ausblick auf die Zukunft

Die Schließung des Jugendhauses und des Jugendtreffs ist ein Zeichen, dass die Herausforderungen in der sozialen Arbeit immer größer werden. Es ist nicht nur ein finanzielles Problem; es betrifft das Herzstück der Gemeinschaft. Wo sollen die Jugendlichen hin, wenn sie keinen Platz mehr haben, um sich auszutauschen, zu spielen oder einfach nur abzuhängen? Pastor Wilm zeigt sich besorgt über die Zukunft der Offenen Jugendarbeit und betont, dass es wichtig ist, solche Räume zu erhalten.

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Die Situation ist komplex und nicht einfach zu lösen. Doch eines steht fest: Die Schließung dieser Einrichtungen ist nicht nur ein Verlust für die Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir die Jugend besser unterstützen können, damit sie nicht in die Schatten der Stadt gedrängt wird. Es bleibt zu hoffen, dass Lösungen gefunden werden, bevor noch mehr solcher Einrichtungen von der Bildfläche verschwinden.