Heute ist der 17.06.2026 und ich sitze hier in Hammerbrook, wo die Sonne gnadenlos über den versiegelten Flächen brennt. Hamburg, die Stadt der Elbe, hat in den letzten Jahren eine hitzige Metamorphose durchlebt. Man kann es fast schon als Sauna bezeichnen, wenn man durch die Straßen schlendert. Eine aktuelle Analyse des Recherchenetzwerks Correctiv zeigt, dass zwischen 2018 und 2024 satte 14 Quadratkilometer neu versiegelt wurden. Das entspricht ungefähr dem Fünffachen des Stadtteils St. Pauli! Ganz schön beachtlich, oder?

Die versiegelten Flächen, betoniert und asphaltierte Straßen, sind nicht nur unschön anzusehen, sie haben auch gravierende Folgen. Sie bedecken natürliche Böden und schränken den Raum für Pflanzen und Tiere ein. In Stadtteilen wie der Altstadt und Hammerbrook kann es bis zu sieben Grad heißer werden als in weniger versiegelten Gebieten. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Besonders in Billbrook und Hammerbrook heizen sich die Böden um bis zu fünf Grad über dem Hamburger Durchschnitt auf – und das ist kein Spaß.

Die Hitze der Stadt

Die Temperaturen in Hamburg schwanken stark, je nachdem, wo man sich gerade aufhält. Ein Blick auf die Wetterstationen der Universität Hamburg zeigt, dass es am 13.08.2024 in Langenhorn 30 Grad Celsius und in Billbrook sogar 32 Grad Celsius heiß war. Das ist ein deutlicher Unterschied! Michael Richter von der HafenCity Universität erklärt, dass die Versiegelung von Flächen entscheidend für diese Temperaturunterschiede ist. Wo Beton und Asphalt dominieren, fehlt es an Pflanzen, die Regenwasser aufnehmen und verdunsten können – und damit an Kühlung.

In Stadtteilen entlang der Alster sieht die Sache ganz anders aus. Dort machen Gewässer und Grünanlagen bis zu 50% der Fläche aus, was die Temperaturen deutlich angenehmer gestaltet. Komischerweise kann man fast schon von einem Mikroklima sprechen. Aber in Hammerbrook und Billbrook – wo über 80% des Bodens versiegelt sind – wird die Hitze zur echten Plage. Die Hitzebelastung hat sogar ernste Folgen: Im Sommer 2022 starben in Hamburg zwischen 110 und 210 Menschen an den Folgen der Hitze. Das ist mehr als die Hochwasseropfer!

Ein Hoffnungsschimmer?

Die Stadt hat zwar einen Hitzeaktionsplan ausgearbeitet, doch viele fragen sich, ob das ausreicht. Es gibt ein Förderprogramm zur Begrünung versiegelter Flächen, jedoch sind für 2024 nur 50.000 Euro dafür vorgesehen – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts eines gesamten Haushalts von rund 20 Milliarden Euro. Eigentümer müssen zudem die Hälfte der Entsiegelungskosten selbst tragen, was die Sache nicht einfacher macht. Ein wenig Hoffnung kommt von der Umweltbehörde: Anselm Sprandel äußert sich optimistisch über die Vorteile der Begrünung. Michael Richter mahnt jedoch zur Vorsicht mit zu hohen Erwartungen.

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In der Stadt wird weiterhin versiegelt, obwohl die Problematik bekannt ist. Die Notwendigkeit für neuen Wohnraum ist unbestritten – schätzungsweise fehlen 50.000 Wohnungen in der Hansestadt. Doch manchmal fragt man sich, ob es nicht auch andere Wege gibt. Flächenentsiegelung könnte helfen, die Hitzebelastung und die Folgen von Starkregen zu reduzieren. Vielleicht ist es an der Zeit, den Fokus auf das zu richten, was uns die Natur bietet, anstatt sie weiter zu verbauen.

Ein kleiner Lichtblick: Neubauten mit grünen Dächern zeigen positive Entwicklungen. Das könnte ein Anfang sein, um Hamburg wieder ein Stück grüner zu machen. Aber wie immer, der Weg ist das Ziel – und bei der Hitze kann man nur hoffen, dass wir den richtigen Kurs einschlagen.