Vom Flüchtling zum Hoffnungsträger: Homayoon Pardis und die Kraft der Gemeinschaft
Heute ist der 26.06.2026 und wir befinden uns in der Altstadt von Brandenburg, wo die Geschichten der Menschen oft so bunt sind wie die Fassaden der historischen Gebäude. Eine dieser Geschichten gehört Homayoon Pardis, einem Mann, der 2016 mit seiner Familie aus Afghanistan floh. In einem überfüllten Schlauchboot, das in den unruhigen Gewässern des Mittelmeers schaukelte, begann für ihn und seine Liebsten eine ganz neue Reise – eine Suche nach Sicherheit und einem Ort, den sie Zuhause nennen können.
Vor der Flucht bekam Homayoon Drohungen, weil er für die „International Organization for Migration“ (IOM) arbeitete. Diese Schatten der Bedrohung blieben nicht ohne Folgen. Nach ihrer Ankunft in Hamburg fanden sich die Pardis in einer Erstaufnahmeeinrichtung wieder. Beengte Verhältnisse, unsichere Zukunftsaussichten – das war der Alltag. Doch Homayoon ließ sich nicht unterkriegen. Er begann, anderen Geflüchteten zu helfen, indem er für Ärzte dolmetschte und Unterstützung bot. So wuchs in ihm der Wunsch, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere einen Weg zu finden.
Vom Geflüchteten zum Wegbegleiter
Die Suche nach Arbeit war nicht einfach. Trotz seiner Bemühungen und rund 100 Bewerbungen blieb der Erfolg aus. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Bei einer Begegnung lernte er Anne Busch und Regina Fröhlich kennen, die ihn in die Gründung von „MITmacher“ einführten – einer Organisation, die sich der Vermittlung von Ehrenämtern an Geflüchtete widmet. Heute ist Homayoon Teamleiter bei „MITmacher“ und unterstützt zahlreiche geflüchtete Menschen, die vor allem auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung sind, um in Deutschland Fuß zu fassen und dem Alltag in den Unterkünften zu entfliehen.
Die Nachfrage nach Ehrenämtern ist groß, und die Warteliste für Interessierte ist lang. Homayoon sichtet die Anmeldungen und verteilt sie an sein Team. Inzwischen hat „MITmacher“ rund 400 Einsatzstellen in verschiedenen sozialen Einrichtungen, von Kulturhäusern bis zu Kitas. Gemeinsam mit seiner Frau Nadia, die als Erzieherin arbeitet und ebenfalls ehrenamtlich aktiv ist, lebt er in Eilbek und träumt davon, dass ihre Töchter eines Tages ein glückliches Leben in Deutschland führen.
Hilfe für Geflüchtete in Deutschland
Doch Homayoons Geschichte ist nicht die einzige, die zeigt, wie wichtig Unterstützung für Geflüchtete ist. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) engagiert sich massiv, besonders am Bahnhof Frankfurt/Oder, um ankommenden Flüchtlingen, darunter auch viele aus der Ukraine, zu helfen. Die Bandbreite der Unterstützung reicht von Unterbringung und Verpflegung bis hin zu psychosozialer Notfallversorgung und Kinderbetreuung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der DRK-Suchdienst, der Schutzsuchenden hilft, vermisste Angehörige zu finden und Familien wieder zu vereinen.
In Deutschland gibt es zahlreiche Beratungsstellen, die Orientierungshilfe bieten, sei es beim Zugang zu sozialen Leistungen, der ärztlichen Behandlung oder bei Fragen zum Schulbesuch und zur Wohnungssuche. Das DRK unterstützt Geflüchtete und Migranten seit Jahrzehnten und ermöglicht ihnen, sich selbst zu engagieren – sei es im Freiwilligen Sozialen Jahr oder als Ehrenamtliche in DRK-Gemeinschaften. Diese Initiative fördert nicht nur die Integration, sondern auch das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Ein Aspekt, der Homayoon besonders am Herzen liegt, ist die Unterstützung durch lokale Unternehmen. So wird „MITmacher“ unter anderem von der Haspa finanziell gefördert. Diese Hilfe ist wichtig, denn jährlich werden über das Haspa LotterieSparen rund 2,3 Millionen Euro für gemeinnützige Einrichtungen in Hamburg ausgeschüttet. Homayoon hat sogar ein Buch über seine Fluchtgeschichte geschrieben: „Papa, warum sind wir hier?“ und damit einen Einblick in seine Erfahrungen und Hoffnungen gegeben.
In einer Welt, die oft von Unsicherheiten geprägt ist, leuchtet die Geschichte von Homayoon und seiner Familie wie ein Lichtstrahl der Hoffnung. Ihre Entschlossenheit und ihr Engagement erinnern uns daran, dass jeder, der Hilfe braucht, auch die Möglichkeit hat, selbst zum Helfer zu werden. Und in all dem gibt es die Hoffnung, dass die nächste Generation, egal woher sie kommt, in Frieden und Glück aufwachsen kann.
