Porsche verkauft sein Schlösschen: Strittiger Privattunnel inklusive!
In den letzten Tagen hat das historische „Paschinger Schlössl“ am Kapuzinerberg in Salzburg für Gesprächsstoff gesorgt. Der Eigentümer, Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG, hat beschlossen, die luxuriöse Immobilie für 12,7 Millionen Euro zu verkaufen. Für Interessierte dürfte der Blick auf das Anwesen besonders reizvoll sein, denn es ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern bietet auch einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. Das Schlösschen, einst der Wohnsitz von Stefan Zweig und später von Mozarts Schwester Nannerl, besitzt eine Fläche von 616 Quadratmetern mit zwölf Zimmern und ist von einem großzügigen Grundstück von rund 7800 Quadratmetern umgeben.
Doch das Angebot für das Schlössl kommt nicht ohne Kontroversen. Ein geplanter, 500 Meter langer Privattunnel soll unter dem UNESCO-Weltkulturerbe verlaufen und wird seit Monaten intensiv diskutiert. Dieser Tunnel, der eine Zufahrt zur Villa erleichtern soll, wurde ursprünglich im September 2025 von einem städtischen Gremium bewilligt. Dennoch hatte das Projekt mit reichlich Widerstand zu kämpfen – insbesondere von Aktivisten, den Grünen und der Kommunistischen Partei, die den Tunnel als Affront gegenüber der Geschichte und den Bürgern empfinden. Über 19.000 Menschen haben eine Petition gegen das Vorhaben unterzeichnet, die soziale Ungerechtigkeit kritisiert.
Erschwerte Zufahrten und Reaktionen der Öffentlichkeit
Die Zufahrt zur Villa ist kompliziert, weshalb Porsche die Genehmigung für den Tunnel beantragen wollte. Kritiker zeigen sich jedoch besorgt über die politischen Entscheidungen und die Diskussionen, die tendenziell eher aus dem Ruder zu laufen scheinen. Trotz der erteilten Genehmigung wird die Vorstellung, dass ein Tunnel unter einem so geschichtsträchtigen Gebiet wie dem Kapuzinerberg verlaufen soll, von vielen als unverständlich erachtet.
Besonders seltsam wird das Ganze durch die Debatte um das „Reichen-Bashing“, das sich gegen Wolfgang Porsche richtet. Wie die Standard berichtet, wird dieser Verkauf auch von einem anhaltenden Gefühl der Neiddebatte begleitet. Porsche selbst hat sich zu den Herausforderungen rund um den Tunnel bisher nicht öffentlich geäußert, während es Berichte darüber gibt, dass die Porsche AG wirtschaftlich unter Druck steht; der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang 2022 nahezu halbiert.
Baufreigaben und Verhandlungen
Die umstrittene Infrastruktur hat auch zur Erhöhung der städtischen Flächen geführt, die für den Tunnelbau benötigt werden. Ursprünglich wurde ein Vertrag über die Nutzung von 1.500 Quadratmetern unterzeichnet, der schließlich auf 3.044 Quadratmeter ausgeweitet wurde. kritische Stimmen bemängeln, dass die dafür gezahlten 48.000 Euro viel zu niedrig seien im Verhältnis zu den tatsächlichen Projektkosten. Ein Planungsausschuss gab trotz der Bürgerproteste grünes Licht für den Tunnel, während mögliche Klagen von Anwohnern und eine rechtliche Überprüfung durch Höchstgerichte noch im Raum stehen.
Wolfgang Porsche erwarb das Anwesen im Jahr 2020 für 8,4 Millionen Euro. Angesichts der angespannten Lage und der vielfältigen Herausforderungen könnte der Verkauf des Schlösslchen eine Möglichkeit darstellen, sich aus dem turbulenten öffentlichen Fokus zurückzuziehen. Das Immobilienangebot wird über die französische Immobilienplattform Le Figaro Properties beworben und hebt das genehmigte Tunnelprojekt als „unvergleichliches Merkmal im historischen Salzburg“ hervor. Die Frage bleibt jedoch, ob der neue Eigentümer mit diesen Herausforderungen besser umgehen kann als Porsche selbst.
