In Hamburg geht es bei einem besonderen Rabattangebot für Senioren hoch her. In der Edeka-Filiale des Marktkauf-Center-Bergedorf in Lohbrügge bekommen ältere Kunden an jedem Mittwoch fünf Prozent Nachlass auf ihren Einkauf. Diese Aktion läuft bereits seit 2022 und erfreut sich großer Beliebtheit unter den älteren Generationen. Ursprünglich lag der Rabatt sogar bei zehn Prozent, wurde aber heruntergesetzt, um auch den Senioren ohne Smartphone eine Teilnahme zu ermöglichen. Der Betreiber des Marktes vermerkt, dass solche Rabattaktionen von den einzelnen Märkten selbst bestimmt werden, ohne darüber hinausgehende Vorgaben.
Um sich den Rabatt zu sichern, müssen die Käuferinnen und Käufer nachweisen, dass sie 1961 oder früher geboren wurden. Außerdem sind bestimmte Warengruppen von der Aktion ausgeschlossen, darunter Zeitschriften. Trotz der Reduzierung des Rabatts geht das Edeka-Team davon aus, dass das Angebot gut angenommen wird. Dies ist besonders relevant, da in vielen Supermärkten der Trend zu Rabattaktionen über mobile Apps immer mehr voranschreitet.
Rabatt-Apps und ihre Tücken
Ähnliche Erfahrungen äußert der 89-jährige Horst Lamby, der sich diskriminiert fühlt, da er ohne Smartphone nicht von den Angeboten profitieren kann. Trotz eines Beschwerdebriefs an die REWE-Hauptverwaltung erhellte sich die Lage für ihn nicht, da die Antwort als unzureichend wahrgenommen wurde. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass die Händler oft nicht transparent kommunizieren, was der reguläre Preis und der Rabatt ist. Diese Unklarheiten machen es Senioren oft schwer, informierte Kaufentscheidungen zu treffen.
Politische und soziale Initiativen
Sozialministerin Dörte Schall sieht für politische Eingriffe wenig Möglichkeiten und appelliert an digitale Schulungsangebote für die ältere Generation. Immerhin wurde bereits in Baden-Württemberg Klage gegen große Discounter wie Lidl und Penny erhoben, da in den Werbungen oft nur die Preise für App-Nutzer zu finden sind. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass es unklar bleibt, ob Kunden durch das Nutzen von Apps tatsächlich Geld sparen. Geht es nach den Verbraucherschützern, müssen rechtliche Grundlagen geschaffenen werden, um sicherzustellen, dass ältere Menschen nicht abgehängt werden.
In Anbetracht der stark wachsenden Abhängigkeit von Digitalisierung im Einzelhandel wird die Nachfrage nach Anpassungen in den Rabattangeboten laut zunehmend dringlicher. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Märkte in Hamburg oder anderswo ähnliche Initiativen ergreifen, um ihre älteren Kunden nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen.