Heute ist der 2.06.2026 und die Hamburgerinnen und Hamburger stehen einmal mehr vor einer entscheidenden Wahl. Wieder einmal geht es um die Teilnahme an einem Olympia-Bewerbungsverfahren – diesmal für die Jahre 2036, 2040 oder 2044. Man fragt sich, ob die Stadt, die sich bereits 2015 für die Olympischen Spiele beworben hat, diesmal einen anderen Wind spüren kann. Damals war die Luft raus. Hamburgs Olympia-Offerte scheiterte bei einem Referendum: weniger Ja-Stimmen und mehr Nein-Stimmen als fünf Jahre zuvor. Na, das liest sich schon mal nicht so prickelnd, oder?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei der Abstimmung 2026 waren die Bedingungen fast identisch zu 2015, was die Wahlberechtigten und die abgegebenen Stimmen angeht. Aber die Stimmung hat sich gedreht: 21.362 Abstimmende weniger für das Olympiaprojekt als 2015 – das ist schon eine Hausnummer. Und die Gegenstimmen? Die stiegen von 51,6 auf 54,9 Prozent. Die Befürworter verloren in allen sieben Bezirken, während es bei der letzten Wahl in zwei von sieben Bezirken noch eine Mehrheit gab. Ein klarer Rückschritt!

Das Referendum im Detail

Der Wahlzettel für heute hat einen simplen, aber prägnanten Satz: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.“ Die Abstimmung erfolgt ganz klassisch mit „Ja“ oder „Nein“. Ein erfolgreiches Referendum setzt voraus, dass mehr „Ja“- als „Nein“-Stimmen abgegeben werden und die Wahlbeteiligung hoch genug ist. Man braucht mindestens ein Fünftel der Wahlberechtigten, also 262.609 Stimmen, um das Ding ins Rollen zu bringen.

Was die Wahlbeteiligung betrifft, so scheinen die Hamburgerinnen und Hamburger einen Trend zur Briefwahl zu haben. Die Abstimmungsbenachrichtigungen und Briefwahlunterlagen wurden bereits Ende April verschickt. Aber keine Sorge, auch in den 178 Abstimmungsstellen kann man seine Stimme abgeben. Und die Auszählung? Die wird live auf NDR.de, im NDR Fernsehen und NDR Hörfunk übertragen. Erste Ergebnisse erwarten wir gegen 18.30 Uhr, das amtliche Endergebnis wird spätestens am 25. Juni vorliegen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Olympiapläne sind groß. Hamburg wirbt mit Konzepten wie „Spiele der kurzen Wege“ und Nachhaltigkeit. Die Kosten für Organisation und Durchführung sind mit 4,8 Milliarden Euro veranschlagt, während 1,3 Milliarden Euro in langfristige Stadtentwicklung fließen sollen. Und was ist mit den Einnahmen? Geplant sind 4,9 Milliarden Euro durch die Veranstaltungen. Klingt erstmal gut, aber die Linke ist skeptisch und hat ein Gutachten des Rechnungshofes gefordert – was allerdings abgelehnt wurde.

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Wie steht es um die Partnerstädte? Kiel wird eine Rolle spielen, mit Segeln, Handball und Rugby. Das ist doch mal ein schöner Gedanke, oder? Die Stadt hat das Potenzial, Großes zu leisten, aber die Frage bleibt: Wie wird die Bevölkerung reagieren? Bei einem Bürgerentscheid am 19. April hatten 63,5 Prozent für eine Olympia-Bewerbung gestimmt – ein positives Zeichen, das jedoch in den aktuellen Stimmungsbildern eine andere Farbe annehmen könnte.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September über den deutschen Olympia-Kandidaten abstimmen. Neben Hamburg sind auch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr im Rennen. Das IOC wird frühestens 2027 eine Entscheidung treffen. Bis dahin bleibt die Spannung erhalten, und man fragt sich, ob die Stadt diesmal die Herzen der Bürger gewinnen kann oder ob der olympische Traum erneut platzen wird.