In Bergedorf brodelt es. Der Streit um das geplante DITIB-Jubiläumsfest, das vom 14. bis 17. Mai stattfinden soll, hat sich zu einem echten Politikum entwickelt. Die FDP fordert lautstark die komplette Absage der Veranstaltung. Der Grund? Umstrittene Redner, deren Positionen entweder antisemitisch oder islamistisch gefärbt sind. Das Bezirksamt bleibt jedoch gelassen und plant aktuell keine Absage. Es wird betont, dass keine problematischen Personen auf der Bühne stehen dürfen, was ja auch schon mal ein Anfang ist.
Doch die Wogen gehen hoch. Die Bezirksamtleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann (SPD) hat sich bereits mit der DITIB-Gemeinde zusammengesetzt. Die Vertreter der Gemeinde haben versichert, dass sie die eingeladenen Personen und das gesamte Bühnenprogramm auf Herz und Nieren prüfen werden. Ein bisschen beruhigend, oder? Vor allem, nachdem mehrere Prediger bereits von der Gästeliste gestrichen wurden. Aber die FDP bleibt skeptisch und kritisiert, dass der Umgang des Senats mit DITIB nicht ausreichend ist. Komischerweise gibt es trotzdem einen türkischen Influencer, Sertaç Abi, der wegen umstrittener Social-Media-Beiträge in der Kritik steht. Da fragt man sich: Wie kann man überhaupt noch eine klare Linie ziehen?
Das Fest auf dem Frascatiplatz
Das Bezirksamt hat entschieden, dass das umstrittene Fest der DITIB-Gemeinde auf dem Frascatiplatz stattfinden darf. Nach Gesprächen mit den Veranstaltenden wurde diese Entscheidung getroffen. Spannend ist, dass die Veranstaltenden ursprünglich mit dem Auftritt von Hasspredigern geworben haben. Sonja Jacobsen von der FDP und der Islamismusexperte Eren Güvercin haben das öffentlich gemacht. In Reaktion darauf wurden sieben Gastredner und Prediger aufgrund der Kritik ausgeladen. Aber die DITIB-Gemeinde hat sich erneut versichert, dass kritisierte Personen nicht teilnehmen werden. Ein ewiges Hin und Her, das die Gemüter erhitzt.
DITIB selbst, ein türkischer Religionsverband mit Staatsvertrag mit der Stadt Hamburg, hat also ein großes Interesse daran, das Fest als unpolitisch darzustellen. Angeblich soll es sich um ein kulturelles und religiöses Fest handeln. Aber wie realistisch ist das, wenn doch immer wieder in den Fokus gerät, dass auch problematische Personen involviert sind? Wer sich die Situation genauer anschaut, wird feststellen, dass hier viel mehr auf dem Spiel steht als nur ein Fest. Es geht um Werte und um den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen.
Ein Schritt in die richtige Richtung?
Um den Spannungen entgegenzuwirken, startet DITIB am 5. Mai 2024 das Projekt „Gemeinsam unterwegs für Vielfalt“. Ziel ist es, antimuslimischem Rassismus und Antisemitismus entgegenzutreten. Hierzu werden 22 neue Religionsbeauftragte geschult, die anschließend auch Gedenkstätten wie Auschwitz und Srebrenica besuchen werden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Themen Respekt, Empathie und Verständnis sind wichtiger denn je. Wer weiß, vielleicht können solche Initiativen langfristig dazu beitragen, Brücken zu bauen und Vorurteile abzubauen.
Dr. Muharrem Kuzey hat die Bedeutung von Begegnungen und Mitgefühl betont, während Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Notwendigkeit gemeinsamer Aktionen gegen Extremismus hervorgehoben hat. Die Fachtagung, die dem Projekt vorausgeht, wird von wissenschaftlichen Vorträgen begleitet, die sich mit den Ursachen von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus beschäftigen. Das klingt nach einer intensiven Auseinandersetzung mit Themen, die uns alle betreffen. Vielleicht kann man ja wirklich etwas bewegen, wenn man nur den Mut hat, sich den Herausforderungen zu stellen.
In Bergedorf wird also viel diskutiert, entschieden und organisiert. Es bleibt spannend, wie sich die Situation rund um das DITIB-Jubiläumsfest entwickeln wird. Eins steht fest: Die Auseinandersetzung über Werte, Identitäten und den Umgang miteinander wird uns noch lange begleiten.