Am Wochenende sorgte der Stuhlmannbrunnen in Ottensen für großes Aufsehen – und zwar nicht wegen seiner beeindruckenden, über sieben Meter hohen Skulpturen, die eine dramatische Kampfszene darstellen. Stattdessen sprudelte aus dem beliebten Wahrzeichen rotes Wasser. Dies hat das Bezirksamt Altona auf den Plan gerufen, das am Montag über den Vorfall informiert wurde. Eine Sprecherin bestätigte, dass das Wasser derzeit in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt getestet wird. Die Ergebnisse der Wasserbeprobung werden in wenigen Tagen erwartet.

Die Polizei hat bereits eine Strafanzeige aufgenommen und das Gelände rund um den Brunnen mit Absperrband gesichert. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Ursache des Vorfalls, doch viele erinnern sich an ein ähnliches Ereignis aus dem Jahr 2016, als ebenfalls rotes Wasser aus dem Brunnen sprudelte. Damals gab es sogar ein Bekennerschreiben, das den Einsatz von Lebensmittelfarbe bestätigte. Zeitgleich mit dem Vorfall in Hamburg waren auch mehrere Brunnen in Köln betroffen, begleitet von Graffiti mit dem Wort „Blut“, was auf eine mögliche Promo-Aktion des Rappers Farid Bang hindeutete.

Ein Blick auf Vandalismus in der Kunstszene

Nicht nur in Hamburg sorgt Vandalismus für Furore. In Heilbronn musste die Polizei kürzlich eine Skulptur namens „Bademeister mit der roten Badehose“ aus dem Wilhelmskanal bergen. Diese gehört zur Skulpturengruppe „Buga-Duscher“, die von der Künstlerin Christel Lechner geschaffen wurde und zur Bundesgartenschau 2019 entworfen wurde. Für die Figuren wurden Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich eingeplant.

Seit ihrer Aufstellung wurde die Kunstgruppe in den vergangenen Jahren viermal beschädigt. Angefangen hat alles im April 2020, gefolgt von einem weiteren Vorfall im September 2021. Trotz Versetzungen der Figuren an sicherere Orte konnte die Verwaltung die wiederholten Vandalenakte nicht verhindern. Zuletzt wurden Anfang August 2022 die Beine einer Skulptur abgebrochen und die Figur in den Neckar geworfen. Nach diesen Vorfällen wurde die Installation im Lapidarium des Stadtarchivs eingelagert, während die Skulpturen jetzt hinter einem hohen Zaun im Freibad Neckarhalde geschützt werden müssen.

Solche Vorfälle werfen die Frage auf, wie Zivilcourage und der Schutz öffentlicher Kunstwerke besser gefördert werden können. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl in Hamburg als auch in Heilbronn ähnliche Situationen in Zukunft vermieden werden können und die Kunst, die unsere Städte verschönert, nicht durch Vandalismus in Mitleidenschaft gezogen wird.

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