Am Wochenende gab es in Ottensen, Hamburg, einen Anblick, der selbst die kühnsten Fantasien übertraf. Der Stuhlmannbrunnen, ein beliebtes Wahrzeichen der Gegend, sprudelte plötzlich mit rotem Wasser – und das nicht nur ein bisschen, sondern in voller Pracht! Die imposanten Skulpturen, die eine dramatische Kampfszene darstellen und über sieben Meter hoch sind, sahen mit dem blutroten Wasser aus wie aus einem Actionfilm entsprungen. Ein bisschen gruselig, oder?
Das Bezirksamt Altona wurde am Montag über den Vorfall informiert. Eine Sprecherin des Amtes ließ verlauten, dass das Wasser nun in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt getestet wird. Die Ergebnisse dieser Wasserbeprobung sollen in den nächsten Tagen vorliegen. Die Polizei hat bereits eine Strafanzeige aufgenommen und das Gebiet mit Absperrband gesichert – Sicherheitsvorkehrungen, die in solch einem Fall wohl auch notwendig sind.
Ein Rätsel um das rote Wasser
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich schon einmal, und zwar im Mai 2016. Damals sprudelte ebenfalls rotes Wasser aus dem Brunnen, wobei ein Bekennerschreiben auf die Verwendung von Lebensmittelfarbe hinwies. Komischerweise gibt es für den aktuellen Vorfall noch keine Hinweise auf eine ähnliche Erklärung. In der Zwischenzeit wird spekuliert – könnte es vielleicht eine Art Kunstaktion sein? Oder gar eine Promo-Aktion für das Album „Blut“ des Rappers Farid Bang, wie es 2016 in Köln der Fall war, als auch dort mehrere Brunnen rot eingefärbt wurden? Fragen über Fragen!
Egal, ob Kunst oder Vandalismus, es bleibt spannend. Aber nicht nur in Hamburg ist die Kunstszene ein heißes Thema. Ein weiteres Beispiel für die Zerbrechlichkeit von Kunstwerken findet sich in Heilbronn. Dort mussten Polizei und Feuerwehr die Skulptur „Bademeister mit der roten Badehose“ aus dem Wilhelmskanal bergen. Diese Skulpturengruppe, die von der Künstlerin Christel Lechner erschaffen wurde, steht jetzt hinter einem hohen Zaun im Freibad Neckarhalde. Der Zaun soll die Figuren vor Vandalismus schützen, denn in den letzten Jahren wurde die Gruppe bereits vier Mal zerstört – ein trauriger Rekord.
Die Kosten für die Figuren lagen im mittleren fünfstelligen Bereich, und das, obwohl sie zur Bundesgartenschau 2019 gestaltet wurden. Der erste Vandalismus-Vorfall datiert aus dem April 2020, gefolgt von einem weiteren im September 2021. Trotz aller Bemühungen, die Figuren an sichere Orte zu versetzen, blieb der Vandalismus ein hartnäckiges Problem. Der letzte Vorfall ereignete sich Anfang August 2022, als den Skulpturen die Beine gebrochen und in den Neckar geworfen wurden. Nach diesen ständigen Attacken wurde die Kunstinstallation schließlich im Lapidarium des Stadtarchivs eingelagert – traurig, aber vielleicht auch eine Art von Schutz.
Wie man sieht, ist die Beziehung zwischen Kunst und Öffentlichkeit oft eine komplizierte. Man fragt sich, ob das rote Wasser in Hamburg ein Zeichen für die Zerbrechlichkeit von Kunst und deren Wertschätzung in der Gesellschaft ist. So oder so, der Stuhlmannbrunnen wird sicher noch lange Gesprächsthema bleiben. Ob in Hamburg oder Heilbronn, die Frage bleibt: Wo endet die Kunst und wo beginnt der Vandalismus?