Heute ist der 11.06.2026, und ich sitze hier in Ottensen, einem Stadtteil, der in den letzten Monaten durch einige traurige Nachrichten aufgefallen ist. Die dänische Café-Kette Copenhagen Coffee Lab hat kürzlich die Schließung von zwei Filialen in Hamburg angekündigt. Betroffen sind die Läden in der Bahrenfelder Straße und der Poolstraße, die beide mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Laut Julie Skallebæk, Marken- und Produktmanagerin, waren die beiden Cafés unprofitabel und konnten nicht länger im Portfolio gehalten werden. Ein Preisanstieg wurde als mögliche Lösung in Betracht gezogen, jedoch nicht umgesetzt. Das Ergebnis? Ein Jahresfehlbetrag von rund 1,2 Millionen Euro für die Copenhagen Coffee Lab Hamburg GmbH im Jahr 2024.

Die Gründe für die Schließungen sind vielfältig: steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Mieten sowie eine zurückhaltende Konsumstimmung. Aber das ist nicht alles – beide Filialen hatten auch mit einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. Zahlreiche Einbrüche haben nicht nur Geld, sondern auch die Nerven der Belegschaft belastet. Überraschend ist, wie sehr die Kriminalität in Deutschland zugenommen hat, was das Unternehmen nicht erwartet hatte. Auch wenn der deutsche Kaffeemarkt bis 2031 auf etwa 8 Milliarden Euro geschätzt wird, scheinen die Herausforderungen für einzelne Standorte immens zu sein.

Die Bitterkeit der Insolvenz

In derselben Nachbarschaft hat das Café „Torrefaktum“ in Ottensen, eine Institution für Kaffeeliebhaber, vor kurzem seine Pforten geschlossen. Nach 17 Jahren musste Inhaber Gerhard-Joachim von Plotho Insolvenz anmelden. Der Grund? Eine Rückzahlung von Corona-Hilfen in Höhe von fast 200.000 Euro, die fällig wurde. Der Versuch, einen Käufer zu finden, der die Geschäfte hätte fortführen können, blieb leider erfolglos. Insolvenzverwalter Thilo Streck bestätigte, dass keine Lösung gefunden werden konnte, und mehr als 20 Mitarbeiter sind nun arbeitslos. Die drei Cafés in Ottensen, Bahrenfeld und der Altstadt sind nun Vergangenheit.

Und die Probleme hören hier nicht auf. Die hohen Mietpreise, vor allem am Standort Speersort, sowie die gestiegenen Kaffeepreise trugen zur Insolvenz bei. Komischerweise konnte der einzige Kaufinteressent keine besseren Konditionen mit den Vermietern aushandeln. Da fragt man sich schon, wie viele gute Cafés noch in der Stadt überleben können.

Ein Markt im Wandel

Es ist erstaunlich, wie der Kaffeemarkt trotz all dieser Schwierigkeiten wachsen soll. Die Trends zu Premiumkaffee und höhere Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit lassen hoffen, dass sich die Branche langfristig stabilisiert. Doch die Realität sieht anders aus. Hohe Mieten, steigende Personalkosten und eine starke Konkurrenz machen es für viele Cafés schwer, profitabel zu bleiben. Ein Blick auf die Schließungen in Ottensen zeigt, wie fragil die Situation ist.

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Egal, wie man es dreht und wendet, es ist eine traurige Zeit für Kaffeeliebhaber in Hamburg. Die Schließungen der beiden beliebten Cafés sind nicht nur ein Verlust für die Nachbarschaft, sondern auch ein Zeichen für die Herausforderungen, vor denen viele Gastronomiebetriebe heutzutage stehen. Ein Hoch auf die kleinen Cafés, die es trotz all dieser Widrigkeiten schaffen, uns mit ihrem Kaffee zu erfreuen! Es bleibt zu hoffen, dass wir bald wieder mehr von ihnen sehen.