Das Ende einer Ära: Abschied vom Restaurant Marseille in Hamburg
Es gibt Nachrichten, die schockieren und einen nachdenklich zurücklassen. So auch die bittere Meldung über die Schließung des Restaurants „Marseille“ in Hamburg, das ganze 18 Jahre lang mit seiner französischen Küche verwöhnte. Inhaber Milenko Gavrilovic, ein leidenschaftlicher Gastronom, hat auf seiner Webseite diese Entscheidung bekannt gegeben und sich gleichzeitig bei seinen treuen Gästen bedankt. Eine Ära geht zu Ende – und das nicht nur für die Gäste, die in den Genuss von Bouillabaisse, Sauté vom Rinderfilet und der legendären Crème Brûlée kamen, sondern auch für die kulinarische Landschaft in Altona-Altstadt.
Die Terrasse des „Marseille“ war ein beliebter Ort, um bei mediterranem Flair die Seele baumeln zu lassen. Doch die Realität sieht anders aus – die wirtschaftliche Lage in der Gastronomie ist angespannt. Christian Rach, der bekannte Koch, hatte die kreative Küche und die Gastfreundschaft von Gavrilovic gelobt. Es ist traurig, dass solch ein liebevoll geführtes Lokal schließen muss. Vielleicht wird Gavrilovic in Zukunft einen Neustart wagen, doch momentan bleibt dies ein Rätsel.
Ein Blick auf die Branche
Die Schließung des „Marseille“ ist kein Einzelfall. Die Gastronomie hat in den letzten Jahren stark gelitten. Im Jahr 2025 stiegen die Insolvenzen von Gastronomiebetrieben zum vierten Mal in Folge, und mehr als 2.900 Betriebe waren betroffen – der höchste Stand seit 2011. Das macht betroffen. Die Pandemie, die Energiekrise und die Inflation haben die Branche hart getroffen. Über 11.200 Insolvenzen seit 2020 sprechen eine deutliche Sprache.
Und die Zahlen gehen weiter: Fast 69.000 Unternehmen haben seitdem ihren Betrieb eingestellt. Kleine, inhabergeführte Betriebe, wie das „Marseille“, kämpfen ums Überleben, während große Ketten wie Sausalitos und Vapiano ebenfalls Insolvenz anmeldeten. Die aktuelle Wirtschaftslage ist für viele Wirte nicht mehr rentabel. Höhere Lohnkosten, gestiegene Preise für Waren und die Energiekrise machen das Leben zur Herausforderung. Selbst die kürzlich gesenkte Mehrwertsteuer für Speisen hat nur einen minimalen Einfluss auf die Preise gehabt. Irgendwie fühlt man sich an die goldenen Zeiten erinnert – und die scheinen weit weg zu sein.
Die Zukunft der Gastronomie
Was bleibt von der Schließung eines solch geschätzten Lokals? Die Erinnerungen an unvergessliche Abende, an köstliche Speisen und an die herzliche Atmosphäre. Vielleicht wird Gavrilovic eines Tages wieder auf die gastronomische Bühne zurückkehren. Bis dahin bleibt uns nur, die kleinen, aber feinen Restaurants in unserer Umgebung zu unterstützen. Jeder Besuch zählt, jeder Bissen ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Menschen, die ihr Herzblut in ihre Arbeit stecken.
Am Ende ist es die Menschlichkeit, die zählt. In einer Welt voller Herausforderungen ist es wichtig, die kleinen Lichtblicke zu schätzen und den Mut nicht zu verlieren. Die Gastronomie hat eine Seele, und wir müssen dafür sorgen, dass diese Seele nicht verkümmert.
