Zwei Filialschließungen im Mercado: Endzeitstimmung in Ottensen!
In Hamburg-Ottensen müssen sich die Kund:innen des Einkaufszentrums Mercado auf einige Veränderungen einstellen. Die dort ansässige Depot-Filiale schließt aufgrund der deutschlandweiten Insolvenz des Unternehmens. Dies ist Teil einer größeren Welle von Schließungen, bei der insgesamt 66 Depot-Geschäfte in Deutschland ihre Türen zumachen werden, darunter auch vier in Hamburg. Die Schließung der beiden Filialen im Mercado wird zweifellos für Leerstand sorgen, was sich auf den gesamten Einkaufsbetrieb auswirken könnte.
Christian Gries, der Geschäftsführer von Depot, nannte in einem Interview die wirtschaftlichen Gründe für diese Maßnahmen. Neben steigenden Zöllen und der zunehmenden Konkurrenz durch Online-Handel hat insbesondere die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zur aktuellen Lage beigetragen. Von ehemals rund 400 Depot-Filialen werden nur noch etwa 80 übrig bleiben. Die Folgen sind gravierend: 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Weitere Schließungen im Mercado
Doch Depot ist nicht das einzige Unternehmen im Mercado, das sich zurückziehen muss. Auch Jack Wolfskin, bekannt für seine Outdoor-Bekleidung, wird nach den Sommerferien schließen. Anders als Depot hat Jack Wolfskin jedoch keine offizielle Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das 2022 für 262 Millionen Euro an Anta Sports verkauft wurde, leidet unter empfindlichen Umsatzeinbußen, was die Entscheidung zur Schließung begünstigt.
Aktuell laufen bereits Vermietungsgespräche für die freiwerdenden Flächen im Mercado, wie vom Center-Manager Sven Ebert bestätigt wurde. In der Facebook-Gruppe „Ottensen Downtown“ wird bereits über die hohen Mieten diskutiert—ein Thema, das in der Community für viel Gesprächsstoff sorgt. Nutzer:innen äußern Bedenken, dass die hohen Kosten selbst gut laufende Geschäfte unter Druck setzen können.
Räumungsverkäufe und Unsicherheit
Die endgültigen Schließungstermine für die Filialen sind noch unklar, doch die Räumungsverkäufe haben bereits begonnen. Diese wurden am 24. Juni 2026 bekannt gegeben, und viele Kund:innen fragen sich, was die nächsten Schritte der Unternehmensführung sein werden. Eine gewisse Unsicherheit bleibt: Obwohl die Geschäftsführung weiterhin im Amt bleibt, agiert diese unter der Aufsicht des vorläufigen Sachverwalters Thomas Rittmeister, der betont, dass Anpassungsmöglichkeiten des Geschäftsmodells bestehen.
Die Lage im Einzelhandel ist alles andere als rosig. Die aktuellen Insolvenzstatistiken belegen einen Anstieg der Insolvenzen in Deutschland. In den letzten 12 Monaten wurden 33.652 Insolvenzen erfasst, davon 2.269 im Einzelhandel. Hamburg steht mit 482 Insolvenzen an zweiter Stelle der Probleme, nur Berlin hat mit 708 noch mehr solcher Fälle zu verzeichnen.
Die Schließungen im Mercado sind symptomatisch für die Herausforderungen, die der Einzelhandel derzeit meistern muss. Käufer:innen und Mitarbeiter:innen stehen vor ungewissen Zeiten und sehen sich einem stetigen Wandel gegenüber, der sowohl durch wirtschaftliche als auch durch soziale Faktoren bedingt ist. Besondere Aufmerksamkeit gebührt der Frage, wie die Leerräume in einem der beliebtesten Einkaufszentren Hamburgs künftig genutzt werden können, um den Standort lebendig zu halten.
