Das ehemalige UCI-Kino im Othmarschen Park steht seit Juli 2024 leer und wird zunehmend zum Sorgenkind für die Anwohner und die Politik. Nach der Schließung aufgrund eines Wasserschadens hat die Immobilie mit einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern nicht nur ihre Funktion als Kino verloren, sondern auch die Möglichkeit, ein lebendiger Teil des Freizeitangebotes in Altona zu bleiben. Der einzige sichtbare Fortschritt seither: ein Baugerüst, das für Arbeiten im Obergeschoss aufgestellt wurde. Doch was könnte aus dem einst so beliebten Ort werden?
Die FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona hat das Problem erkannt und fordert eine aktive Prüfung neuer Nutzungsmöglichkeiten für die leerstehende Fläche. Vorschläge wie eine Boulderhalle, Padel-Tennis, ein Trampolinpark oder sogar eine Erlebniswelt für Kinder stehen im Raum. Diese Ideen würden nicht nur frischen Wind in den Othmarschen Park bringen, sondern auch den Bedarf an neuen Indoor-Freizeitangeboten im Westen Hamburgs decken. Momentan bietet der Park bereits Freizeitmöglichkeiten wie eine Bowlingbahn und eine Lasertag-Arena, doch die große Kinofläche bleibt ungenutzt.
Die Bedeutung der Immobilie
Die ehemalige Kinofläche ist eine bedeutende Entwicklungsfläche im Bezirk Altona. In einer gemischten Umgebung, die Wohnbebauung und Versorgungsnutzungen integriert, könnte das angrenzende Parkhaus für publikumsintensive Nutzungen bestens geeignet sein. Trotz der großflächigen Raumstrukturen, die für ein Multiplex-Kino konzipiert wurden, hat die Wirtschaftsförderung des Bezirksamts Altona bisher keine Aktivitäten zur Nachnutzung unternommen. Die Bezirksamtsvertreter sehen offenbar keinen Handlungsbedarf zur aktiven Begleitung der Nachnutzung und scheinen sich auf die Verantwortung des Eigentümers zu verlassen.
Das Bezirksamt hat zudem noch keine Gespräche mit dem privaten Eigentümer der Immobilie geführt. Dies ist besonders bedenklich, da es keine Anhaltspunkte gibt, dass die Fläche nach dem Wasserschaden nicht wieder als Kino genutzt werden soll. Doch die Frage bleibt: Warum wurden Fachämter für Sport und Freizeit nicht in Überlegungen zur Nachnutzung einbezogen? Hier könnte wertvolles Potenzial brachliegen, wenn man die Interessen der Gemeinschaft und die Bedürfnisse nach Freizeiteinrichtungen berücksichtigt.
Ein Blick über den Tellerrand
In der aktuellen Diskussion um Leerstand und Nachnutzung gibt es auch auf Bundesebene Bestrebungen zur Reaktivierung leerstehender Immobilien. So wurde am 21. Januar 2025 die Online-Plattform „Potenzial Leerstand“ von Bundesbauministerin Klara Geywitz vorgestellt. Diese Plattform soll Kommunen und Akteuren der Wohnungswirtschaft Informationen und Hilfestellungen zur Reaktivierung bieten, um Leerstand aktiv zu bekämpfen und in Wohnraum umzuwandeln. Erfolgsgeschichten aus anderen Städten zeigen, dass es möglich ist, kreative Lösungen zu finden, um brachliegende Flächen sinnvoll zu nutzen.
Die Bezirksversammlung plant am 23. April eine Beratung über den Antrag der FDP. Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Entscheidungsträger die Bedeutung des Leerstands im Othmarschen Park erkennen und die nötigen Schritte einleiten, um von der Vision einer lebendigen Freizeitlandschaft in Altona nicht nur zu träumen, sondern sie auch zu verwirklichen. Die Zeit drängt und die Erwartungen der Bürger sind hoch!