In Hamburg hat sich der Hummelsbütteler Müllberg, liebevoll auch als „Monte Müll“ bekannt, als potenzieller Hotspot für eine Mountainbike-Strecke im Rahmen der Olympischen Spiele ins Gespräch gebracht. Mit einer Höhe von etwa 80 Metern präsentiert sich dieser künstliche Hügel auf dem Gelände ehemaliger Kiesgruben und steht nun im Fokus zahlreicher Diskussionen und Planungen. Der CDU-Bezirksabgeordnete Wolfgang Kühl ist ein treibender Motor hinter dem Vorhaben und hat sich seit 1988 mit den Rekultivierungsmaßnahmen der ehemaligen Deponie beschäftigt. Vor diesem Hintergrund will er nun Ordnung auf und rund um den Müllberg schaffen.
Die ehemalige Deponie, die bis 1984 zu 95 Prozent mit mineralischem Material sowie Haus-, Gewerbe- und Industriemüll aufgefüllt wurde, wird von der Umweltbehörde BUKEA reguliert. Das Bezirksamt Wandsbek wird die Fläche übernehmen, sobald die Rekultivierungspflichten erfüllt sind. Kühl ist sich bewusst, dass dabei viele Schritte nötig sind, um die einmalige Fläche für die Öffentlichkeit und zukünftige Nutzungen nutzbar zu machen.
Widersprüche und Chancen
Allerdings gibt es auch Bedenken. Xavier Wasner, Fachsprecher der SPD für Stadtplanung, hebt hervor, wie wichtig es sei, alle Vereinbarungen zur Flächenpflege ernst zu nehmen. Er äußert auch Besorgnis über die finanziellen Aspekte dieser Pflege und sieht die Olympia-Investitionen als große Entwicklungschance. Der Regionalausschuss Alstertal hat alternative Nutzungsmöglichkeiten wie Freizeit-Erlebnisflächen und naturnahe Ponywiesen in die Diskussion eingebracht.
Die Hummelsbütteler Feldmark, ein Landschaftsschutzgebiet, geriet kürzlich ins Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit, als ein Bauentsorgungs-Unternehmen mit neuen Deponieplänen aufwartete. Diese Pläne stießen jedoch auf enormen Widerstand: 2013 erhoben beinahe 10.000 Bürger Einwendungen, und nahezu alle Bürgerschaftsfraktionen lehnten die Deponie ab. So wurden die Pläne 2023 schließlich aufgegeben, was den Anwohnern und Umweltschützern viel Freude bereitete.
Der Weg in die Zukunft
Obwohl die Interessengemeinschaft „Grüne Zukunft für die Hummelsbütteler Müllberge“ Ende 2024 ihre Arbeit einstellte, bleibt die Fläche als Naherholungsgebiet erhalten. Die alte Deponiefläche befindet sich nun in einer 30-jährigen Nachsorgephase, die von der Hamburger Umweltbehörde überwacht wird. Ein Parkplatz für die Öffentlichkeit soll an der nördlichen Ecke des Müllbergs entstehen, und die Arbeiten für die Zufahrt, die auch Rettungsfahrzeugen zugutekommen soll, werden bis Ende 2024 abgeschlossen.
Aktuell ist das Gebiet noch eine Baustelle und für die Öffentlichkeit gesperrt, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Die Umweltbehörde plant jedoch eine künftige Nutzung der Fläche für die Allgemeinheit, was Spekulationen über eine mögliche Gestaltung rund um den Müllberg und neue Freizeitmöglichkeiten aufwirft.
Die Hummelsbütteler Müllberge haben eine bewegte Geschichte, nicht nur wegen ihres Mülleinhalts, sondern auch aufgrund der illegalen Ablagerungen der Vergangenheit. Die Ablehnung der neuen Deponiepläne zeigt, dass der Widerstand gegen solche Vorhaben tief verwurzelt ist und bereits seit den 1980er Jahren besteht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen rund um den „Monte Müll“ in den kommenden Jahren gestalten werden.
Für detailliertere Informationen und Hintergründe zur Thematik, können Sie die Aussagen von Abendblatt nachlesen, oder sich näher mit den Aspekten der Hummelsbütteler Müllberge befassen.