Heute ist der 7.05.2026 und in Wandsbek gibt es Neuigkeiten, die die Gemüter erregen. Die Hummelsbütteler Müllberge, die von manchen liebevoll als „Monte Müll“ bezeichnet werden, haben das Potenzial, sich in eine ganz neue Richtung zu entwickeln. Ursprünglich aus ehemaligen Kiesgruben aufgeschüttet, ragen sie stolze 80 Meter in die Höhe. Und jetzt, von der CDU und vor allem von Bezirksabgeordnetem Wolfgang Kühl ins Gespräch gebracht, könnten sie sogar als Mountainbike-Strecke für die Olympischen Spiele in Betracht gezogen werden. Ein innovativer Vorschlag, der allerdings mit einer gehörigen Portion Arbeit verbunden ist!
Kühl hat sich seit 1988 mit der Rekultivierung der alten Deponie beschäftigt – eine echte Herkulesaufgabe, wenn man bedenkt, dass die Kiesgruben bis 1984 mit allerlei mineralischem Material und, naja, auch mit Haus-, Gewerbe- und Industriemüll gefüllt wurden. Die Umweltbehörde BUKEA hat die Aufsicht über die ehemalige Deponie, während das Bezirksamt Wandsbek die Fläche übernehmen soll, sobald die Rekultivierungspflichten erfüllt sind. Ein echter Drahtseilakt, der nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld und Engagement erfordert.
Die Herausforderungen der Rekultivierung
Die Erosion und der sandige Untergrund der neuen Zufahrt von der Harksheider Straße machen die Situation nicht einfacher. Aktuell gibt es nur einen Trampelpfad für den geplanten Reit- und Wanderweg, und der SPD-Fachsprecher für Stadtplanung, Xavier Wasner, äußert Bedenken über die Kosten für die Flächenpflege. Dennoch sieht er die Olympia-Investitionen als große Chance für die Region. In einem Regionalausschuss wurden sogar alternative Nutzungsideen wie eine Freizeit-Erlebnis-Fläche oder eine naturnahe Ponywiese diskutiert, was das Potenzial des Geländes weiter beleuchtet.
Wenn wir einen Blick auf die Geschichte der Müllberge werfen, gibt es einiges zu erzählen. Die Hummelsbüttler Feldmark, in der sich diese Müllberge befinden, ist ein Landschaftsschutzgebiet im Norden Hamburgs. Im Jahr 2013 erhoben knapp 10.000 Menschen Einwendungen gegen die Pläne eines Bauentsorgungs-Unternehmens, eine neue Deponie in der Feldmark zu errichten. Dieser Widerstand war nicht nur ein einmaliger Aufschrei, sondern ein stetiger Kampf, der historische Wurzeln hat. Bereits in den 1980er Jahren gab es politischen Widerstand gegen Deponiepläne, und die fast einstimmige Ablehnung durch die Bürgerschaftsfraktionen zeigt, dass die Anwohner und Umweltschützer hartnäckig für ihre Überzeugungen eingestanden sind.
Aktuelle Entwicklungen und die Zukunft
Die Pläne für die neue Deponie wurden im Jahr 2023 schließlich aufgegeben, was den Anwohnern ein Aufatmen beschert hat. Die alte Deponiefläche wird nun in eine 30-jährige Nachsorgephase überführt, die von der Hamburger Umweltbehörde überwacht wird. Die Firma Eggers hat die Aufgabe, eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge zu bauen, und an der nördlichen Ecke des Müllbergs wird ein Parkplatz für die Öffentlichkeit angelegt. Die Arbeiten sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein, doch momentan ist das Gebiet eine Baustelle und sollte aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.
Die Hummelsbütteler Müllberge bleiben damit als Naherholungsgebiet erhalten, was für viele Bürger eine Erleichterung darstellt. Die Interessengemeinschaft „Grüne Zukunft für die Hummelsbütteler Müllberge“ hat sich Ende 2024 aufgelöst, doch die Diskussion über die zukünftige Nutzung des Geländes geht weiter. Die alten Altlasten, die durch illegale Ablagerungen in der Vergangenheit entstanden sind, werden weiterhin ein Thema sein. Aber wer weiß, vielleicht wird aus dem „Monte Müll“ ja bald ein Ort, der nicht nur die Herzen von Mountainbikern höherschlagen lässt, sondern auch ein schöner Rückzugsort für die Naturfreunde von Wandsbek wird.