Streitschlichter: Die jungen Helden der Konfliktlösung in Hamburg-Nord
In Hamburg-Nord tummeln sich rund 222.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen – und hin und wieder kommt es zu Konflikten. Ob beim Pausenspiel oder im Klassenzimmer, es gibt immer wieder Reibereien. Doch anstatt die Fäuste fliegen zu lassen, haben die Schulen eine kreative Lösung parat: die Streitschlichterinnen und Streitschlichter. Diese jungen Helden, die speziell ausgebildet sind, übernehmen die Rolle der unparteiischen Mediatoren. Ihre Mission? Den Konfliktparteien zu helfen, eine einvernehmliche Lösung zu finden und die Wogen zu glätten.
Die Hamburger Streitschlichtungstage haben in diesem Jahr eine besondere Wendung genommen. Anstatt im gewohnten Rahmen des Landesinstituts für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) stattfand die Veranstaltung dezentral in den Schulen. Grund dafür war ein Wasserschaden, der für Aufregung sorgte. Trotz dieser Umstände nahmen 64 Schulen mit etwa 1.400 Schülerinnen und Schülern an den Streitschlichtungstagen teil. Workshops zu Kommunikation, Konfliktlösung und Zivilcourage standen auf dem Programm, und am Ende erhielten alle Teilnehmenden eine Urkunde sowie einen persönlichen Gruß der Senatorin.
Ein bewährtes Konzept
Das Konzept der Streitschlichtung hat sich in Hamburg über die Jahre hinweg bewährt. Über 150 Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Regionale Bildungs- und Beratungszentren setzen auf diese Form der Konfliktbewältigung. Aktuell sind rund 2.000 aktive Streitschlichterinnen und Streitschlichter im Einsatz. Tanja Hotes von der Beratungsstelle Gewaltprävention, die das Projekt in der Bildungsbehörde betreut, sieht in der Ausbildung der Streitschlichter einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention.
Die Ausbildung dieser jungen Mediatoren ist nicht nur eine einmalige Angelegenheit. Sie vermittelt wichtige Fähigkeiten wie Diagnose-, Vermittlungs- und Handlungskompetenz. Ziel ist es, einen konstruktiven und lösungsorientierten Umgang mit Konflikten im pädagogischen Alltag zu fördern. Das Ganze trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler aktiver an der Konfliktbewältigung teilnehmen und somit auch die Gewalt in Schulen besser verstanden und reduziert werden kann. Diese Ansätze entsprechen den Standards des Bundesverbandes Mediation (BM).
Ein Schritt in die richtige Richtung
In den Workshops während der Streitschlichtungstage wurden die Teilnehmenden dazu ermutigt, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu trainieren und Zivilcourage zu zeigen. Auf diese Weise lernen sie nicht nur, Konflikte selbst zu lösen, sondern auch, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen. Die Möglichkeit, das Erlernte direkt auszuprobieren, macht das Ganze umso spannender. Man kann sich gut vorstellen, wie die Diskussionen in den Klassenräumen lebhaft und engagiert waren.
Der Austausch zwischen den Schulen war ein weiterer wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Die Vernetzung bietet nicht nur Raum für neue Ideen, sondern auch die Chance, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Das gesamte Konzept rund um die Streitschlichtung ist ein Beispiel dafür, wie Bildung nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenzen fördern kann. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten!
