Die Natur ist manchmal eine Herausforderung, besonders für die tierischen Bewohner der Stadt. An Hamburgs Außen- und Binnenalster sind zahlreiche Enten und Gänse beheimatet, und ihre Küken sind nicht immer sicher. Ein jüngster Vorfall verdeutlicht die raue Realität, die auch in unseren städtischen Parks spielt: Ein Rabe hatte es auf ein Gänseküken abgesehen und eingeschnappt. Doch was ist in solchen Fällen zu tun?

Olaf Nieß, ein Experte vom Hamburger Schwanenwesen, erklärt, dass solche Jagd-Szenarien einfach Teil des Lebens sind. „Enten legen in der Regel zwischen 12 und 14 Küken, doch oft überlebt am Ende der Saison lediglich ein Pärchen“, berichtet er. Dabei hätten die Raben ihre eigenen Gründe: Nahrungsaufnahme und die Versorgung ihrer eigenen Jungen. Passanten, die das Geschehen beobachten, sollten besser nicht eingreifen. Zum einen könnte das Küken allein gelassen werden und in Gefahr geraten, zum anderen kann ein verletztes Küken in eine Wildtierstation gebracht werden, aber nur wenn es sich in greifbarer Nähe befindet.

Wildtiere in der Stadt

Hamburg ist nicht nur Zuhause für Schwan und Gans, auch die Wildschweine haben sich in den städtischen Raum verirrt. Besonders in den gartenreichen Randbezirken sind sie aktiv. Diese intelligenten Tiere akzeptieren das Stadtleben und leben meist in Gruppen, den sogenannten Rotten. Ihre Suche nach Wurzeln, Würmern und anderen Leckereien hinterlässt oft einen deutlich sichtbaren „Umgraben“ der Wiesen. Das kann die Landschaft hier und da ordentlich auf den Kopf stellen.

Die Präsenz von Wildschweinen und Füchsen führt jedoch zu einer nicht unerheblichen Skepsis in der Bevölkerung. Immer wieder gibt es Bedenken, insbesondere bezüglich der Füchse, die bei mehr als 1.000 Individuen allein in Köln als potenzielle Überträger von Tollwut gefürchtet werden. Dabei ist Deutschland seit vielen Jahren tollwutfrei, was auch für Waschbären, Eichhörnchen und andere Wildtiere gilt. Eine spannende Herausforderung für das urbane Leben, das oft nicht ohne seine tierischen Nachbarn auskommt.

Die Verantwortung der Stadtbewohner

Die Hamburger sind gefordert, nicht nur die Schönheit ihrer Natur zu schätzen, sondern auch deren komplexe Dynamik zu verstehen. Auch wenn es oft schwerfällt, Tiere wie Raben in ihrem natürlichen Verhalten zu akzeptieren, ist das Verständnis für die Lebenszyklen und das Überleben in der Wildnis unerlässlich. „Verletzte Küken haben oft nur geringe Überlebenschancen”, erinnert Nieß die Passanten an die rauen Gesetze der Natur. Es liegt also an uns, in unseren Begegnungen mit Tieren in der Stadt weise und respektvoll zu handeln.

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Das Hamburger Schwanenwesen kümmert sich jährlich um 60 bis 70 Küken und nimmt zusätzlich zwischen 600 und 800 verwaiste Jungtiere auf. Darunter finden sich Küken von Gänsen, Enten, Schwänen sowie junge Füchse. Es ist ein wichtiger Dienst für den Tierschutz und das Wohl von Wildtieren in unserem städtischen Umfeld. Daher sollten wir alle ein wenig mehr darüber nachdenken, wie wir unseren tierischen Nachbarn helfen können, trotz der Herausforderungen der urbanen Welt zu gedeihen.

Auch wenn die Natur manchmal unbarmherzig erscheint, ist es wichtig, die Handlungen der Tiere zu akzeptieren und sie in ihrem natürlichen Prozess nicht zu stören. Viele neue Fragen stehen in diesem Sinne noch offen, und es bedarf einer anhaltenden Diskussion über den Platz, den Wildtiere in unseren Städten einnehmen. Wie kann der Mensch hier in ein harmonisches Zusammenleben finden?

Für weitere Informationen und interessante Themen über Wildtiere in städtischen Gebieten besuchen Sie die Seiten des Hamburger Schwanenwesens und des Tierschutzbundes.