In Hamburg-Nord wird einmal mehr ein Zeichen gegen Periodenarmut gesetzt. Die Bezirksversammlung hat klargemacht, dass kostenlose Tampons und Binden an öffentlichen Orten bereitgestellt werden sollen. Der zuständige Ausschuss berät derzeit über einen entsprechenden Antrag der Grünen, der die Ausweitung dieses Angebots zum Ziel hat. Der Testlauf, der im Jahr 2024 an der Mümmellstraße stattfand, verlief erfolgreich und ohne Vandalismus, so die Erfahrungen der Grünen-Fraktion. Diese plante bereits damals eine umfassende Verteilung in Jugendzentren, Kultureinrichtungen und Beratungsstellen.
„Periodenarmut“ ist das zentrale Thema hinter diesem Vorhaben – ein Problem, das viele Menschen betrifft, die aufgrund finanzieller Engpässe Schwierigkeiten haben, sich die notwendigen Periodenprodukte zu leisten. Dies führt oft dazu, dass Betroffene auf unhygienische Alternativen zurückgreifen oder den Wechsel von Hygieneartikeln hinauszögern. In einigen Fällen könnten dadurch sogar ernsthafte gesundheitliche Probleme, wie beispielsweise das Toxische Schocksyndrom, entstehen.
Bewusstsein schaffen und expandieren
Die Grundlagen für dieses Vorhaben wurden bereits im November 2024 gelegt, als die Bezirksversammlung einstimmig einen Antrag der Fraktionen Grüne, Volt und DIE LINKE zur Bekämpfung der Periodenarmut abgab. Anders als die AfD, die sich bei der Abstimmung enthielt, unterstützte die Mehrheit den Schritt zur intensiven Auseinandersetzung mit diesem gesellschaftlichen Problem. Die Erkenntnisse der Umfrage von Plan International und WASH United, wonach 23% der Befragten die monatlichen Kosten für Periodenprodukte als Belastung empfinden, unterstreichen die Relevanz der Thematik.
Finanzierung und Evaluierung
Um die Maßnahme umzusetzen, plant das Bezirksamt, die Kosten zu kalkulieren und Mittel aus einem Förderfonds in Höhe von 33.875,78 Euro zu verwenden. Die Evaluierung der kostenlosen Bereitstellung der Produkte steht ebenfalls auf der Agenda – nach einem Zeitraum von sechs Monaten soll festgehalten werden, wie gut das Angebot angenommen wurde und ob es dauerhaft bestehen bleibt.
Die Herausforderungen rund um Periodenarmut sind nicht nur eine gesundheitliche Frage, sondern auch eine soziale. Die Mehrheit der Befragten sieht periodenbedingte Flecken als ein „Worst Case Szenario“ und die Diskussion über Gesundheits- und Geschlechtergerechtigkeit ist wichtig. Wenn sich die Situation durch die Bereitstellung kostenloser Produkte verbessern lässt, wäre das ein Schritt in die richtige Richtung. Wie sich das Projekt weiter entwickelt, bleibt spannend zu beobachten.
Weitere Informationen können Sie in den ausführlichen Berichten von t-online.de und bv-hh.de nachlesen.