Heute, am 6. Mai 2026, brodelt es in den sozialen Medien und in der politischen Landschaft Hamburgs – und das aus einem ganz besonderen Grund. In Hamburg-Nord wird ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das sich mit einem Thema auseinandersetzt, das viele oft lieber in den Hintergrund drängen: Periodenarmut. Ja, genau, das ist der Zustand, in dem Menschen mit geringem Einkommen sich nicht einmal die grundlegenden Produkte wie Tampons oder Binden leisten können. So kann man schnell in die Bredouille kommen, insbesondere wenn man bedenkt, dass dies nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesundheitliche und soziale Herausforderung darstellt.
Der zuständige Ausschuss der Bezirksversammlung hat sich auf die Fahnen geschrieben, diesem Missstand entgegenzuwirken. Auf Initiative der Grünen wurde ein Antrag gestellt, der vorsieht, kostenlose Tampons und Binden an öffentlichen Orten in Hamburg-Nord anzubieten. Und das nicht nur als einmalige Sache – nach einem erfolgreichen Testlauf im Jahr 2024 an der Mümmellstraße, der ohne nennenswerte Probleme und mit „überschaubaren“ Kosten verlief, soll das Angebot nun auf Jugendzentren, Kultureinrichtungen und Beratungsstellen ausgeweitet werden. Ein echter Lichtblick für alle Betroffenen.
Ein Lichtblick für viele
Wie die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Nergis Zarifi, bemerkte, gibt es in anderen Ländern wie Schottland und Neuseeland bereits ähnliche Initiativen. Es ist an der Zeit, dass auch Deutschland diesem Beispiel folgt. Schließlich sind die Zahlen alarmierend: Laut einer Umfrage von Plan International und WASH United empfinden 23 % der Befragten die monatlichen Kosten für Periodenprodukte als erhebliche finanzielle Belastung. Besonders betroffen sind junge Frauen zwischen 16 und 24 Jahren. Komischerweise wird dabei oft vergessen, dass fehlender Zugang zu geeigneten Produkten nicht nur zu gesundheitlichen Problemen wie dem Toxischen Schocksyndrom führen kann, sondern auch soziale und emotionale Belastungen mit sich bringt. Wer möchte schon fürchten, dass ein „Worst Case Szenario“ eintritt, nämlich periodenbedingte Flecken auf der Kleidung?
Die Bezirksversammlung hat den Antrag der Grünen, Volt und DIE LINKE einstimmig zur Beschlussfassung an den Ausschuss für Sozialraumentwicklung überwiesen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Und auch die AfD hat sich bei der Abstimmung enthalten – was in der aktuellen politischen Landschaft schon fast als Zustimmung gewertet werden kann. Das zeigt, dass die Problematik der Periodenarmut als gesamtgesellschaftliches Anliegen wahrgenommen wird, das mit Armut, Gesundheits- und Geschlechtergerechtigkeit verwoben ist.
Maßnahmen ergreifen
Um die Initiative weiter voranzutreiben, plant das Bezirksamt verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem, dass Informationen über die Verteilung von Periodenprodukten in eigenen Räumlichkeiten eingeholt werden. Außerdem wird die kostenlose Bereitstellung von Menstruationsartikeln für mindestens sechs Monate im Erdgeschoss des Bezirksamts angedacht – und das Ganze soll aus Sondermitteln finanziert werden. Aufkleber an Toilettentüren und Informationen auf der Internetseite des Bezirksamts sollen helfen, das Angebot bekannt zu machen.
Natürlich wird das Ganze auch evaluiert. Nach sechs Monaten soll die Nutzung der kostenlosen Produkte genau unter die Lupe genommen werden. Das Ziel? Herausfinden, ob das Angebot langfristig bestehen bleibt. Die Mehrheit der Befragten zeigt sich optimistisch und sieht in der kostenlosen Bereitstellung von Periodenprodukten eine Möglichkeit, die gesundheitlichen und sozialen Belastungen zu verringern.
In einer Zeit, in der soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit immer mehr in den Fokus rücken, ist es ermutigend zu sehen, dass solche Initiativen ins Leben gerufen werden. Das zeigt, dass wir als Gesellschaft bereit sind, uns um die Belange aller zu kümmern – auch um jene, die oft im Schatten stehen. Wenn wir also in den nächsten Monaten die Entwicklung dieses Projekts beobachten, dürfen wir gespannt sein, wie es sich weiter entfaltet und ob es der Anfang einer Bewegung wird, die in ganz Deutschland Nachahmer findet.