Kampf gegen die Hitze: Deutschlands Kliniken unter Druck
Heute ist der 19.06.2026 und die Sonne brennt, als ob sie persönlich Rache an uns nehmen möchte. In Eppendorf, wo ich gerade bin, spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels ganz direkt. Hitzetage sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich bereits vor drei Jahren Gedanken gemacht und einen Hitzeschutzplan aufgestellt. Das ist auch dringend nötig, denn wir haben es in Deutschland mit einem klaren Trend zu mehr Hitzetagen zu tun. Während es in den 1950er Jahren gerade mal ein paar wenige Hitzetage pro Jahr gab, sind es in den letzten zehn Jahren über 20 geworden. Das ist schon eine Hausnummer!
Hitzewellen, die sich über mehrere Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius erstrecken, sind nicht nur unangenehm, sie können auch richtig gefährlich werden. In den Sommern 2018 und 2019 starben rund 15.500 Menschen in Deutschland an den Folgen der Hitze. Die Prognosen sind düster: Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts könnten jährlich über 5000 zusätzliche Hitzetote zu beklagen sein. Das ist eine alarmierende Entwicklung, besonders wenn man bedenkt, dass 60 % der 289 befragten Kliniken in Deutschland keine zusätzlichen Maßnahmen gegen Hitze ergriffen haben. Der Hauptgrund? Fehlendes Geld – 96 % der Befragten geben an, dass es an finanziellen Mitteln mangelt.
Hitzeschutz in Kliniken
Im UKE gibt es zwar Klimatisierung in speziellen Bereichen wie Intensivstationen und Operationssälen, aber der Großteil des Klinikums ist nicht klimatisiert. Stattdessen setzt man auf Sonnenschutzmaßnahmen und nächtliches Lüften. Das klingt vielleicht nach einer Notlösung, aber die Realität ist, dass viele deutsche Krankenhäuser vor der Zunahme der Hitzetage gebaut wurden, weshalb Klimaanlagen oft nicht eingeplant waren. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert ein mehrjähriges Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro. Das ist nicht gerade wenig, aber es wäre nötig, um die medizinische Versorgung während Extremhitze aufrechtzuerhalten.
In Berlin hat die Charité innovative Hitzeschutzpläne entwickelt. Sie haben sogar eine „Heat-Map“ erstellt, um kühle Rückzugsorte zu identifizieren. Diese Maßnahmen sind zwar wichtig, aber was ist mit der Notaufnahme? In Zeiten von Hitzewellen könnte es dort ganz schön eng werden, und wir alle wissen, wie schnell es in einem Krankenhaus hektisch zugehen kann. Die Politik wird daher aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine klimaresiliente Sanierung der Krankenhäuser zu schaffen.
Hitzeaktionspläne und lokale Verantwortung
In Deutschland sind die Länder und Kommunen für Hitzemaßnahmen und Hitzeaktionspläne zuständig. Ziel dieser Pläne ist es, die Bevölkerung vor Ort vor den extremen Temperaturen zu schützen. Im Jahr 2017 wurden umfassende Empfehlungen zur Erstellung kommunaler Hitzeaktionspläne erarbeitet, die auf einer WHO-Leitlinie basieren. Die Handlungsempfehlungen umfassen verschiedene Kernelemente, die je nach Kommune variieren. Dazu gehören neue Konzepte der Stadtgestaltung, mehr Stadtgrün und spezifische Handlungsabläufe in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.
Es gibt also durchaus Bewegung in der Sache. Immer mehr Bundesländer, Städte und Kommunen implementieren oder planen eigene Hitzeaktionspläne. Das gibt Hoffnung, denn nur so können wir uns den Herausforderungen des Klimawandels stellen und die Gesundheit der Bevölkerung schützen. Schließlich sind wir alle betroffen – egal ob in Eppendorf oder anderswo. Die hitzigen Tage sind noch lange nicht vorbei, und wir müssen bereit sein, aktiv zu werden!
