Am vergangenen Sonntag war der Hamburg-Marathon erneut ein großes Ereignis, das viele Sportbegeisterte in die Hansestadt zog. Doch während viele Läufer, wie der 34-Jährige Hendrik Schmidt, persönliche Bestzeiten erzielten, kam es zu einem tragischen Vorfall. Schmidt brach nach seinem Lauf, den er in einer Zeit von 3:27:31 finishte, zusammen und erlitt einen Herzstillstand. Minutenlang wurde er reanimiert, während die anwesenden Ersthelfer und das medizinische Team alles daransetzten, sein Leben zu retten. Laut Fit for Fun geschah dies alles unter dem schockierten Blick der Zuschauer.

Nachdem man Schmidt erfolgreich stabilisieren konnte, wachte er im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) auf und war zunächst verwirrt über das Geschehene. Interessanterweise war er vor dem Marathon als gesund eingestuft worden und galt als topfit, nachdem er im November einer positiven sportmedizinischen Untersuchung unterzogen worden war. Sein Notfallpass auf der Startnummer war unausgefüllt, was in Anbetracht seines Gesundheitszustandes kaum zu erwarten war.

Herzstillstand beim Marathon als wachsendes Problem

Schmidts Geschichte ist tragisch, aber nicht einzigartig. Rund um den Globus kam es bei Marathon-Veranstaltungen immer wieder zu Herzstillständen. Und ganz besonders alarmierend: Ungeachtet des dräuenden Problems haben sich die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren nur verstärkt. Alleine in den USA haben zwischen 2010 und 2023 fast 29,3 Millionen Menschen an Marathons oder Halbmarathons teilgenommen, was einer Verdopplung der Teilnehmerzahl im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt entspricht, wie Deutschlandfunk Nova berichtet.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass trotz der steigenden Teilnehmerzahlen die Zahl der Todesfälle im Verhältnis dazu um die Hälfte gesunken ist. Viele Überlebende von Herzstillständen während des Laufens erhielten unmittelbar nach dem Vorfall eine Herzdruckmassage, und die Mehrheit hatte Zugriff auf einen genannten Defibrillator. Dies zeigt einmal mehr die Wichtigkeit dieser lebensrettenden Geräte, die strategisch entlang von Marathonstrecken platziert werden sollten.

Eine Zahl, die Hoffnung gibt

In einer aktuellen Studie, veröffentlicht im Fachmagazin JAMA, hat sich herausgestellt, dass die Überlebensrate bei Herzenstopps während solcher Veranstaltungen gleichauf mit derjenigen an anderen öffentlich zugänglichen Stellen wie Flughäfen oder Kasinos liegt. Indem Defibrillatoren dort routinemäßig zur Verfügung stehen, ist es gelungen, die Todesfälle deutlich zu reduzieren. Wer weiß, vielleicht hat genau dieser Umstand auch Hendrik Schmidt das Leben gerettet.

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Nachdem er die ersten Schritte zur Genesung im Krankenhaus gemacht hat, erzählt Schmidt von seiner Dankbarkeit gegenüber den Ersthelfern, den behandelnden Ärzten und den Veranstaltern des Hamburg-Marathons. Doch trotz dieser wertvollen Erfahrung plant er gegenwärtig keine weiteren Marathons. Er möchte jedoch weiterhin aktiv sein, indem er Sport im Rahmen eines gesunden Lebensstils treibt. Die Ursachen seines Herzstillstands bleiben unterdessen unbekannt, aber Schmidt hat inzwischen einen Defibrillator erhalten, um im Fall von zukünftigen Herzrhythmusstörungen vorbereitet zu sein.

Der Fall von Hendrik Schmidt steht symbolisch für die veränderte Wahrnehmung von Herzstillständen beim Sport und erinnert uns erneut daran, wie wichtig die richtige medizinische Vorbereitung und die Ausstattung mit lebensrettenden Geräten bei Sportveranstaltungen sind. In der heutigen Zeit, wo so viele Menschen sportlich aktiv werden, sollte die Sicherheit an oberster Stelle stehen.