Ein Buckelwal, bekannt als „Timmy“ oder „Hope“, sorgt derzeit für Aufregung an der Küste Schleswig-Holsteins. Der eindrucksvolle Meeressäuger wurde Anfang März vor Niendorf auf einer Sandbank gesichtet. Nach einem gescheiterten Versuch, sich selbst zu befreien, strandete er mehrfach in der Wismarer Bucht. Schließlich startete am 28. April eine private Rettungsaktion, bei der der Wal im Lastkahn „Jürgen“ in Richtung Nordsee transportiert wurde. Am Samstag, den 2. Mai, schwamm Timmy dann in die Nordsee und verschwand aus dem Lastkahn, zunächst ohne dass sein weiterer Aufenthaltsort klar war, wie der NDR berichtet.
Trotz der Bemühungen rund um die Rettungsaktion sind die Überlebenschancen des Wals als minimal einzuschätzen. Experten zeigen sich skeptisch gegenüber den Vitalzeichen, die angeblich von einem GPS-Sender übermittelt werden. Dr. Kirsten Tönnies, Tierärztin, bestätigte zwar die Sendesignale des GPS-Trackers, doch die genaue Definition der Vitaldaten bleibt unklar. Laut dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) können GPS-Tracker keine Vitaldaten liefern. Die Reederei „Robin Hood“, die am Transport beteiligt war, sieht die Freisetzung als erfolgreich an und betont die Sicherheit des Wals, während andere Geldgeber der Aktion die „nicht abgestimmten Handlungen“ scharf kritisieren und Konsequenzen fordern, so der Tagesspiegel.
Risiken und Kritik an der Freisetzung
Mit Blick auf die stark befahrene Schifffahrtsroute in der Nordsee ist die Sorge um Timmys Überleben groß. Meeresbiologe Fabian Ritter betont, eine echte Rettung sei erst dann gegeben, wenn der Wal über mehrere Tage oder Wochen normales Verhalten zeigt. Das dänische Umweltministerium plant zudem keine Rettungsaktionen für gestrandete Meeressäugetiere und betrachtet Strandungen als natürliche Ereignisse. Dies lässt auch Zweifel an der Handlungssicherheit der Rettungsakteure aufkommen, für die eine gewisse rechtliche Überprüfung in Aussicht gestellt wird.
Die Schlepper „Robin Hood“ und das Schwimmdock „Jürgen“ legten am Montag in Kiel an, jedoch nur kurz im Scheerhafen. Während einige Helfer der Rettungsinitiative rechtliche Schritte wegen fehlender Transparenz prüfen, bleibt die genaue Situation des Wals im Dunkeln. Die Sicherheit des Tieres und die Methodik der Freisetzung werden somit weiterhin stark angezweifelt.