In Hamburg geht es beim Bauen nicht nur um schöne Pläne und architektonische Meisterwerke. Vor dem ersten Spatenstich müssen Bauherren klären, ob der Baugrund frei von Kampfmitteln ist. Diese Thematik gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Bearbeitungszeiten für die Prüfung auf Kampfmittel im Vergleich zu den Vorjahren stetig ansteigen. Laut Zeit beträgt die durchschnittliche Bearbeitungsdauer in diesem Jahr bereits elf Wochen, während sie im letzten Jahr noch bei zehn Wochen lag.

Die gesetzlichen Vorgaben sind klar: Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, ist es erforderlich, bei der zuständigen Behörde nachzufragen, ob ein Verdacht auf Kampfmittel besteht. Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg sind nach wie vor im Boden vorhanden und können gerade bei Bauarbeiten gefährlich werden. Die Behörde für Inneres und Sport, konkret die Feuerwehr Hamburg, ist dafür zuständig, den Kampfmittelverdacht zu bewerten. Eine entsprechende Anfrage kann einfach online gestellt werden, wie hamburg.de beschreibt.

Überlastete Behörden führen zu Verzögerungen

Ein Vergleich der letzten Jahre zeigt, dass die Bearbeitungszeiten sich stark verändert haben. Während 2023 noch 96 Prozent der Anträge in Hamburg-Nord innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen vier Wochen bearbeitet wurden, waren es 2025 nur noch 43 Prozent. CDU-Politiker Julian Herrmann bringt es auf den Punkt: „Diese Verzögerungen führen zu weniger Planungssicherheit und höheren Kosten.“ Er fordert vom Senat schnellere, verlässlichere und besser steuerbare Bauprozesse. Der Anstieg der Bearbeitungszeiten ist alarmierend, denn der aktuelle Arbeitsaufwand in den Ämtern hat bereits dazu geführt, dass die Bearbeitung jetzt etwa 18 Wochen in Anspruch nehmen kann.Die Feuerwehr Hamburg bietet jedoch neben der Gefahrenerkundung die Möglichkeit einer Sondierung an, die problemlos ohne vorherige Antragstellung durchgeführt werden kann.

Ein Klick für Sicherheit

Die Antragstellung für die Gefahrenerkundung ist relativ unkompliziert. Die zuständige Stelle wertet hierzu relevante Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg und historische Quellen aus. Bauherren haben zwei Optionen: Entweder sie beantragen die Gefahrenerkundung oder sie prüfen das Verdachtsflächenkataster, welches allerdings nur für planerische Zwecke geeignet ist. Die Informationen aus dem Kataster sind häufig nicht flächendeckend und nicht immer vollständig, sodass eine gründliche Überprüfung unumgänglich ist, bevor mit dem Bau begonnen werden darf.

Die Gebühren für die Auskunft belaufen sich auf 114 Euro pro angefangene halbe Stunde sowie eine pauschale Abrechnung von 56 Euro. Diese Kosten sind ein kleiner Preis für die Sicherheit, die Bauherren gewinnen, wenn sie sicherstellen, dass der Boden unter ihren Gebäuden unbedenklich ist.

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Wer mehr Informationen benötigt, kann sich direkt an die Behörde für Inneres und Sport, Feuerwehr, Referat Gefahrenerkundung Kampfmittelverdacht in Hamburg wenden. Die E-Mail-Adresse ist gekv@feuerwehr.hamburg.de, und telefonisch ist die Dienststelle unter 040 / 428 51 4115 zu erreichen. Das ist eine gute Anlaufstelle für alle, die beim Bau auf der sicheren Seite sein wollen.