In Barmbek-Süd tut sich etwas – oder besser gesagt, es tut sich nicht viel. Eltern der Fanny-Hensel-Schule sind seit etwa anderthalb Jahren in einem leidenschaftlichen Kampf um einen Zebrastreifen vor ihrer Schule. Laut Jan Siemens, dem Vertreter des Elternrats, ist die Überquerung der Straße ein echtes Wagnis. Schüler schlängeln sich zwischen parkenden Autos hindurch, während der Verkehr ungehindert vorbeirauscht. Das macht nicht nur Eltern nervös, sondern auch das Bezirksamt hat die Situation als gefährlich eingestuft.

„Die Straße ist breit und lädt die Autofahrer zum Schnellfahren ein“, sagt Siemens. Das klingt nach einem Rezept für Unfälle. Ein Zebrastreifen könnte hier Abhilfe schaffen, doch die Bemühungen um einen sicheren Übergang sind bisher vergeblich geblieben. Unterstützung aus der Politik? Ja, die gab es bereits. Aber die Umsetzung? Fehlanzeige. Trotz einer Petition, die von besorgten Eltern ins Leben gerufen wurde, bleibt der Zebrastreifen ein Wunschtraum. In den letzten Monaten fanden sogar Verkehrszählungen und Messungen statt – die Ergebnisse zeigen, dass die Voraussetzungen für einen Zebrastreifen erfüllt sind. Der Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg sprach sich sogar einstimmig für den Zebrastreifen aus.

Ein Funke Hoffnung

Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat zumindest Handlungsbedarf erkannt und bezeichnet die Querungssituation als „grundsätzlich verbesserungswürdig“. Ein Lichtblick, könnte man sagen. Die erste Vorprüfung hat ergeben, dass ein Zebrastreifen an der Einmündung Hansdorfer Straße/Von-Essen-Straße machbar wäre. Aber, und das ist der Haken, die Planung und der Bau müssen erst noch vorbereitet werden. Fragen zur Barrierefreiheit und Beleuchtung stehen noch im Raum. Es bleibt also spannend.

Aber was macht einen Zebrastreifen eigentlich so wichtig? Zebrastreifen sind nicht nur hübsche, schwarz-weiße Streifen auf der Straße. Sie unterstützen Fußgänger und Menschen im Rollstuhl beim Überqueren der Fahrbahn – und das ganz ohne Ampeln. Allerdings, und das ist ein gewichtiges Aber: Sie können auch ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Viele Autofahrer beachten den Vorrang am Zebrastreifen nicht und fahren einfach weiter. Besonders Kinder sind hier gefährdet, da sie oft Schwierigkeiten haben, Geschwindigkeiten und Entfernungen richtig einzuschätzen. Ein Zebrastreifen ist also kein Allheilmittel, sondern verlangt von den Fußgängern, besonders vorsichtig zu sein.

Sichere Nutzung von Zebrastreifen

Um sicher über einen Zebrastreifen zu kommen, gibt es einige wichtige Schritte, die man beachten sollte. Zuerst zur Bordsteinkante gehen, warten, bis die Autos halten, Blickkontakt mit den Fahrern aufnehmen und dann zügig, aber nicht rennend über die Straße gehen. Das klingt einfach, ist aber besonders für Kinder nicht immer leicht umzusetzen. Sie müssen sich immer wieder vergewissern, dass sie gefahrlos überqueren können – eine ständige Herausforderung.

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Zudem sind Mittelinseln hilfreich, da sie breite Fahrbahnen in kürzere Wege unterteilen. Doch die sind nicht immer ideal, besonders in der Nähe von Kreuzungen. In Barmbek-Süd gibt es eine solche Verkehrsinsel, die allerdings als ungeeignet angesehen wird. Hier könnte ein Zebrastreifen die perfekte Lösung sein, um die Schüler sicher über die Straße zu bringen.

Rechtliche Grundlagen

Ein Zebrastreifen ist nicht nur ein nettes Verkehrszeichen, sondern auch ein rechtlicher Fußgängerüberweg. Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Nutzer von Krankenfahrstühlen haben hier absoluten Vorrang. Autofahrer, die es versäumen, den Fußgängern das Überqueren zu ermöglichen, riskieren ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt in Flensburg. Das sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer gut merken. Halte- und Parkverbot gelten bis zu fünf Meter vor dem Zebrastreifen, und bei stockendem Verkehr müssen die Fahrzeuge halten. Trotzdem bleibt die Realität oft eine andere, und das macht die Sache heikel.

Es bleibt also zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Barmbek-Süd bald handeln und den Schülern den sicheren Weg über die Straße ermöglichen. Denn ein Zebrastreifen könnte nicht nur Leben retten, sondern auch den Schulweg für die Kinder erheblich entspannen.