In Eimsbüttel gibt es Grund zur Aufregung: Die Nosferatu-Spinne hat sich hierzulande ausgebreitet und sorgt für Gesprächsstoff unter den Naturliebhabern und Anwohnern. Diese Spinnenart, die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet ist, wurde erstmals 2005 in Deutschland gesichtet und hat sich mittlerweile bis in die nördlicheren Regionen wie Hamburg verzogen. Die Umweltbehörde Hamburg hat nun vier Nachweise dieser faszinierenden Kreatur registriert, die über die Plattform „observation.org“ sowie die App „ObsIdentify“ gemeldet wurden. Zwei dieser Nachweise stammen aus dem Jahr 2024, die anderen zwei aus 2025. Ob Eimsbüttel, Eppendorf, Volksdorf oder Sasel – die Nosferatu-Spinne ist auf dem Vormarsch!
Die geringe Anzahl der registrierten Sichtungen soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Spinne möglicherweise häufiger vorkommt, als gedacht. Die Behörde betont, dass dies nicht zwingend auf eine Seltenheit der Art hindeutet. Vielmehr könnte es daran liegen, dass die Spinne möglicherweise weniger erkannt oder gemeldet wird. Laut den Experten ist die Entwicklung der Nosferatu-Spinne ein Teil eines natürlichen Ausbreitungsprozesses, der durch den Klimawandel begünstigt wird. Negative ökologische Auswirkungen sind bisher nicht bekannt.
Ein harmloser Untermieter
Die Nosferatu-Spinne ist in der Regel harmlos und zeigt sich nicht aggressiv. Ein Biss kann zwar vorkommen, ist jedoch für Menschen nicht gefährlich – vergleichbar mit einem Wespenstich. Diese Spinnenart, die zur Familie der Kräuseljagdspinnen gehört, erreicht eine Körperlänge von knapp zwei Zentimetern und kann eine Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern aufweisen. Männchen sind dabei kleiner als Weibchen und die Spinne ist dafür bekannt, dass sie sich gerne in warmen, geschützten Bereichen, wie zum Beispiel in Gebäuden, aufhält.
Die Nosferatu-Spinne ist einjährig, wobei Weibchen bis zu 1,5 Jahre alt werden können. Sie fängt ihre Beute nicht durch den Bau von Fangnetzen, sondern durch geschicktes Verfolgen und Springen. Ihr Name, der 2020 offiziell eingeführt wurde, erinnert an die ikonische Filmfigur Nosferatu, was auf ihre markante Rückenzeichnung zurückzuführen ist. Wenn Sie das Glück haben, eine Nosferatu-Spinne zu entdecken, können Sie diese über die Plattformen „ObsIdentify“ oder „observation.org“ melden, um die Verbreitung besser zu dokumentieren.
Die Verbreitung invasiver Arten
In Nordrhein-Westfalen sind rund 35.500 Tierarten verzeichnet, von denen mindestens 200 zu den Neobiota zählen, also nicht heimischen Arten. Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) wurde auch dort seit 2006 nachgewiesen und hat sich entlang der Rheinschiene aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen weiter ausgebreitet. Ihre Verbreitung in Deutschland könnte auf Warentransporte zurückzuführen sein, da die Spinne ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Hierzulande wird sie häufig in der Nähe von Häusern oder Gärten gesichtet.
Obwohl einige Arten invasive Tendenzen zeigen und heimische Arten verdrängen können, gilt die Nosferatu-Spinne bisher nicht als invasive Art. Ihre negativen Umweltauswirkungen sind nicht belegt. Es ist jedoch wichtig, ein Bewusstsein für die zunehmende Zahl nicht heimischer Arten zu entwickeln, die durch internationale Warenströme und den Klimawandel in neue Gebiete vordringen. So haben sich seit 1996 in NRW rund 27 neue Pflanzenarten etabliert, und die Zahl der nicht heimischen Arten hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen.
Für alle, die eine Nosferatu-Spinne in ihrer Wohnung entdecken, empfehlen die Experten, die Spinne vorsichtig mit einem Glas einzufangen und im Freien auszusetzen. Damit leisten Sie einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Tierwelt und fördern ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Natur.