Heute ist der 15. Mai 2026 und die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert. Wenn man sich die aktuellen Zahlen des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung anschaut, wird einem ganz schwindelig: Der Geschäftsklima-Index ist von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte gefallen. Das ist der stärkste Rückgang seit fast vier Jahren, ganz schön heftig, oder? Klaus Wohlrabe, der Leiter der Umfragen, macht dafür die geopolitische Unsicherheit verantwortlich. Und man kann sagen, die ist in den letzten Jahren nicht wirklich weniger geworden.
Besonders die steigenden Zinsen und die Inflation, die seit dem Iran-Krieg um sich greifen, machen den Bauunternehmen zu schaffen. Lieferketten sind wackelig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Im April berichteten 9,2 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Materialversorgung, ein gewaltiger Anstieg im Vergleich zu 1 Prozent im Vorjahr. Man fragt sich, wie es weitergehen soll, wenn fast die Hälfte der Unternehmen – genau genommen 44 Prozent – über zu wenige Aufträge klagt. Da wird die Lage schon fast zur Normalität.
Die Lage in Hamburg
Und was ist mit Hamburg? Da gibt’s tatsächlich einen kleinen Lichtblick. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden mehr Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahr, was ja schon mal erfreulich klingt. Im Bezirk Eimsbüttel wurden zum Beispiel 669 Baugenehmigungen erteilt, was zwei Drittel des Jahreszielwerts von 1.050 entspricht. Klar, die Stadt möchte mehr Neubauprojekte realisieren, und es gibt sogar vereinfachte Regeln, die das erleichtern sollen.
Wie die SAGA, die große Wohnungsbaugesellschaft, plant, alte Wohnungen aus den 50er-Jahren abzureißen und neu zu bauen, anstatt sie nur zu modernisieren. Und das Bedürfnis nach Wohnraum ist ja ungebrochen. Durchschnittlich 88 Bewerbungen für eine freie Genossenschaftswohnung sprechen Bände! Besonders die kleinen Wohnungen sind heiß begehrt. Wer hätte gedacht, dass man mit so wenig Raum so viel Glück finden kann?
Die Herausforderungen
Doch der Schatten der Krise hängt über der Branche. Die Zukunftserwartungen der Unternehmen sind trübe, und die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage hat sich ebenfalls verschlechtert. Geopolitische Unsicherheiten und instabile Lieferketten sind nach wie vor große Risikofaktoren. Die Sorgen über mögliche Materialengpässe nehmen zu – insbesondere bei Grundstoffen wie Stahl, Beton und Dämmstoffen. Kein Wunder, dass die Stimmung in der Branche alles andere als rosig ist.
Die Stornierungsquote, die bei 10,8 Prozent verharrt, zeigt auch, dass viele Aufträge nicht wie gewünscht umgesetzt werden können. Das alles lässt einen schon nachdenklich zurück: Wie geht es weiter? Wird sich die Lage stabilisieren oder wird das Bauwesen in Deutschland weiter kämpfen müssen? Klar ist, dass die Herausforderungen riesig sind. Die Suche nach Lösungen, vor allem in Hamburg, bleibt spannend.