Die Luft war erfüllt von Aufregung und jubelnden Stimmen, als die deutsche 7er-Rugby-Nationalmannschaft am Sonntag in Hamburg triumphierte. Mit einem klaren 26:7-Sieg über Frankreich holten sich die Männer den Titel beim Heim-Turnier. Ein wahrlich beeindruckender Erfolg, auch wenn die Franzosen mit einer ersatzgeschwächten Truppe antraten. Dennoch, Deutschland hat seinen Platz im Rugby-Universum festigen können und strebt nun nach dem zweiten EM-Titel in seiner Geschichte – der letzte Titel datiert immerhin auf das Jahr 2019.

Im Halbfinale blühten die Jungs im deutschen Trikot auf und besiegten Belgien mit 19:0, während das Viertelfinale gegen Großbritannien mit einem 26:12-Sieg ebenfalls ein klarer Erfolg war. Was für eine Leistung! Und das alles, während Bundestrainer Pablo Feijóo auf einige Leistungsträger verzichten musste – Niklas Koch, Tim Lichtenberg und Jakob Dipper waren nicht im Spiel. Auch mit diesen Verletzungssorgen schaffte es das Team, sich für die WM-Serie zu qualifizieren, wo sie nach drei Turnieren den elften Platz belegten.

Ein Blick in die Geschichte des Rugbys in Deutschland

Rugby hat in Deutschland eine bewegte Geschichte. Die ersten Anfänge des Sports reichen bis in die Zeit britischer Militärangehöriger und Studenten zurück, die in den 1850er Jahren das Spiel in Deutschland einführten. Besonders die Universität Heidelberg spielte eine zentrale Rolle, indem sie Rugby als „Durchtragerles“ anbot. Der erste deutschsprachige Text über Rugby erschien 1875 – man könnte sagen, das Fundament war gelegt. Die Gründung des Deutschen Rugby-Fußball-Bundes im Jahr 1900 war ein weiterer Meilenstein, und die erste Deutsche Rugby-Meisterschaft fand 1909 statt. Doch die Entwicklung verlief nicht immer geradlinig.

Besonders der Zweite Weltkrieg brachte massive Rückschläge. Viele Spieler verloren ihr Leben, und der Sport wurde stark zurückgedrängt. Nach dem Krieg war es vor allem Westdeutschland, wo Rugby wieder Fuß fasste. 1952 gewann die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Test Match nach dem Krieg gegen Belgien. Doch das internationale Rampenlicht blieb lange Zeit ein ferner Traum. Es war eine ständige Herausforderung, sich gegen stärkere Gegner zu behaupten.

Der aktuelle Stand und die Zukunft des deutschen Rugbys

Aktuell hat sich Deutschland im europäischen Rugby etabliert, auch wenn der Weg noch lang ist. Die Rugby-Bundesliga, die höchste nationale Spielklasse, besteht aus 16 Clubs und endet mit einem „Grand Final“ – was für eine spannende Wendung in der deutschen Rugby-Landschaft! Es gibt rund 120 bis 130 aktive Rugby-Union-Vereine mit etwa 16.000 Mitgliedern. Die Werte, die der Sport vermittelt – Fairness, Respekt und Teamgeist – sind heute wichtiger denn je.

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Und während die deutschen Frauen beim Turnier in Hamburg den fünften Platz belegten – sie gewannen das Platzierungsspiel gegen Irland mit 19:5 – triumphierte Frankreich bei den Frauen mit einem knappen 17:14-Sieg über Polen. Rugby in Deutschland mag vielleicht nicht die mediale Präsenz wie Fußball haben, doch die Gemeinschaft bleibt beständig, und das Engagement in den Vereinen wächst. Die Sehnsucht nach einer Teilnahme an einer Rugby-Weltmeisterschaft ist ein erklärtes Ziel des Deutschen Rugby-Verbandes – und wer weiß, vielleicht wird dieser Traum bald Wirklichkeit.