Auch in der Hamburger Region bleibt die Bahn nicht von Sanierungsarbeiten verschont. Wie ndr.de berichtet, wird sich die Sanierung der stark frequentierten Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover anders als ursprünglich geplant gestalten. Anstatt auf eine Vollsperrung ab dem 1. Mai zurückzugreifen, haben die Deutsche Bahn (DB) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ein stufenweises Vorgehen vorgestellt, das vor allem der Entlastung der Pendler dienen soll.
Die DB InfraGO startet am 1. Mai mit ihrer „Qualitätsoffensive“ entlang der 163 Kilometer langen Strecke. Zunächst wird die Strecke zwischen Hannover und Celle vom 1. bis 13. Mai gesperrt, gefolgt von einer Teilsperrung zwischen Hannover und Uelzen. Ab dem 14. Juni kommt es dann zur Vollsperrung zwischen Hamburg und Hannover, die aufgrund von Verzögerungen bei der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin erforderlich ist. Hierbei sind Fahrgäste, die auf den Regionalverkehr angewiesen sind, auf einen Ersatzverkehr angewiesen, während der Fern- und Güterverkehr umgeleitet wird.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
Die anstehenden Sanierungsarbeiten sind umfangreich und beinhalten die Modernisierung von 66 Kilometern Gleis, 36 Weichen sowie sechs Weichenheizungen und zwei Kilometer Oberleitung. Auch 14 Ingenieurbauwerke, darunter zwei Brücken, werden saniert. Die Erlaundrerung von vier Bahnhöfen und Kabeltiefbauarbeiten für die neuen Stellwerke stehen ebenfalls auf der Agenda. Zudem wird der Bahndamm bei Eschede saniert, um die Sicherheit und Effizienz des Schienenverkehrs zu gewährleisten.
Die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ist besonders stark belastet, mit einer Auslastung von 147 Prozent. Nur selten hat sich die Infrastruktur dieser Linie, die ursprünglich 1850 konzipiert wurde, einer umfassenden Sanierung unterzogen. Im Zuge der geplanten Maßnahmen wird die DB bereits in die Zukunft blicken: Für 2029 ist eine Korridorsanierung und eine Neubaustrecke zwischen beiden Städten vorgesehen. Bis dahin müssen Pendler jedoch mit Einschränkungen rechnen.
Ersatzfahrpläne für Pendler
Der Fahrgastverband rät den Nutzern der Strecke, vermeidbare Zugfahrten in den kommenden Wochen zu überdenken und auch die angepassten Ersatzfahrpläne der LNVG zu beachten. Diese werden die Änderungen im regionalen Verkehr zwischen dem 1. Mai und dem 13. Juni aufgreifen und helfen, die Unannehmlichkeiten zu minimieren.
Die anstehenden Arbeiten versprechen nicht nur eine verbesserte Qualität des Schienenverkehrs, sondern auch eine Entlastung der stark ausgelasteten Strecke in der Zukunft. Die Reaktivierung des Bahnbetriebs zwischen Hamburg und Berlin am 14. Juni wird ebenfalls eine der entscheidenden Maßnahmen sein, um auf das steigende Fahrgastaufkommen reagieren zu können.