In den letzten Tagen hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover ein kleines Schauspiel abgespielt, das Pendler und Reisende gleichermaßen in Atem hält. Die ursprünglich für den 1. Mai geplante Vollsperrung wurde abgesagt, und stattdessen wird ein stufenweises Vorgehen umgesetzt. Dies gaben die Deutsche Bahn (DB) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) am Mittwoch bekannt.
Die Baustellen werden ab dem 1. Mai mit einer „Qualitätsoffensive“ entlang der 163 Kilometer langen Strecke beginnen. Die DB InfraGO kündigt an, dass die vollständige Sperrung zwischen Hamburg und Hannover ab dem 14. Juni notwendig wird. Der Grund für das stufenweise Vorgehen liegt in Verzögerungen bei der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin. Die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs zwischen diesen beiden Metropolen ist für den 14. Juni geplant.
Sanierungsmaßnahmen und Umleitungen
Die Sanierungsarbeiten sind umfangreich: 66 Kilometer Gleis, 36 Weichen und zwei Kilometer Oberleitung werden modernisiert. Zudem stehen 14 Ingenieurbauwerke, darunter zwei Brücken, auf der Liste der Sanierungsmaßnahmen. Auch vier Bahnhöfe werden erneuert, und Kabeltiefbauarbeiten für neue Stellwerke sind vorgesehen. Besonders betroffen ist der Bahndamm bei Eschede, der ebenfalls saniert wird.
Die Strecke zwischen Hamburg und Lüneburg bleibt während dieser Zeit als Umleiterstrecke für Fern- und Güterzüge erhalten. Die Sperrung wird in drei Stufen organisiert: Zunächst ist die Strecke zwischen Hannover und Celle vom 1. bis 13. Mai gesperrt, gefolgt von einer Teilsperrung zwischen Hannover und Uelzen. Ab dem 14. Juni wird dann die Vollsperrung zwischen Hamburg und Hannover in Kraft treten. Für Fern- und Güterverkehr werden Umleitungen eingerichtet, während ein Ersatzverkehr für den Regionalverkehr verfügbar ist.
Auslastung und künftige Pläne
Die Strecke Hamburg-Hannover zählt zu den am stärksten belasteten im deutschen Schienennetz mit einer Auslastung von 147 Prozent. Diese Belastung ist nicht neu; die Strecke wurde bereits 1850 konzipiert und seither nur teilweise saniert. Zukünftig plant die DB eine Korridorsanierung im Jahr 2029 sowie den Bau einer Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover.
Pendler müssen sich auf Einschränkungen einstellen, und der Fahrgastverband empfiehlt, vermeidbare Zugfahrten zu unterlassen. Die LNVG wird angepasste Ersatzfahrpläne veröffentlichen, um den Reisenden die Planung zu erleichtern. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahmen auf den Bahnbetrieb und die Pendlerströme auswirken werden.
Für viele Reisende ist diese Sanierung eine Herausforderung, aber sie birgt auch die Hoffnung auf eine verbesserte Infrastruktur und damit auf ein angenehmeres Reiseerlebnis in der Zukunft.