Wilhelmsburg 99: Ein neues Kapitel für Hamburgs lebendiges Quartier
In der pulsierenden Stadt Hamburg, genauer gesagt im Stadtteil Wilhelmsburg, stehen spannende Entwicklungen ins Haus. Am 10. Juni 2026 findet eine öffentliche Plandiskussion zum Bebauungsplan-Entwurf Wilhelmsburg 99 statt. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr im „Wälderhaus“, Am Inselpark 19, Raum „Heuckenlock“ im 1. Obergeschoss. Der Eintritt ist frei, und für alle, die nicht persönlich erscheinen können, gibt es einen Livestream. Wer neugierig ist, kann sich ab 19:00 Uhr bereits mit Anschauungsmaterial vertraut machen, das auch online verfügbar ist. Für schriftliche Stellungnahmen steht eine E-Mail-Adresse zur Verfügung: stadtplanung@hamburg-mitte.hamburg.de.
Das Plangebiet „Südliches Elbinselquartier“ erstreckt sich über rund 27 Hektar, und die Grenzen des Gebiets sind klar definiert. Im Nordwesten bildet die Rotehäuser Wettern die Grenze, während im Norden Gewerbe- und Lagerflächen liegen. Der Osten wird von der Wilhelmsburger Reichsstraße (B 75) begrenzt, und im Süden finden wir die Rotenhäuser Straße. Im Westen fließt der Aßmannkanal. Ziel des Entwurfs ist die Schaffung eines gemischt genutzten Quartiers im Herzen von Wilhelmsburg. Das Vorhaben sieht nicht nur die Sicherung von Bestandsgewerbe vor, sondern auch die Entwicklung von etwa 500 neuen Wohneinheiten.
Ein lebendiges Quartier entsteht
Die Planung zielt darauf ab, die bestehenden gewerblichen und industriellen Strukturen östlich des Jaffe-Davids-Kanals zu sichern und gleichzeitig die Mischnutzung westlich des Kanals zu fördern. Hier ist man bestrebt, Wohnraum zu schaffen, der auch Raum für Gewerbe im Erdgeschoss bietet. Die Bebauungsplan-Entwicklung wird als Angebotsbebauungsplan im Regelverfahren mit Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 BauGB aufgestellt. Das bedeutet, dass Umweltbelange von Anfang an berücksichtigt werden.
Interessanterweise wird das Plangebiet in drei Teilbereiche unterteilt. Der westliche Teil beherbergt die Kleingartenanlage „Unsere Scholle“, während im mittleren Teil denkmalgeschützte Gebäude, wie die ehemaligen Palmin-Werke, stehen. Der östliche Teil besteht aus Gewerbe- und Industrieflächen, die Speditionen und Handwerksbetriebe umfassen. Zentrale Erschließungsstraßen wie die Rubbertstraße, Jaffestraße und Rotenhäuser Straße sind geplant, um eine gute Anbindung zu gewährleisten. Und nicht zu vergessen: Die S-Bahn-Stationen Veddel und Wilhelmsburg sind nur etwa 2 km entfernt.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die städtebauliche Planung hat eine spannende Vorgeschichte. Bereits 2016 gab es eine Bürgerbeteiligung und einen städtebaulichen Wettbewerb, die als Grundlage für die aktuelle Planung dienten. Und obwohl das Planverfahren 2018 eingeleitet wurde, mussten anfangs Zielkonflikte zwischen Wohnbebauung und Bestandsgewerbe überwunden werden. Gespräche mit den ansässigen Unternehmen und lärmtechnische Untersuchungen führten zu einer überarbeiteten Planung, die nun auf dem Tisch liegt. Ein Geruchsminderungskonzept sorgt zudem dafür, dass unangenehme Gerüche eingehalten werden können.
Ein Mobility-Hub mit etwa 400 Kfz-Stellplätzen und ergänzenden gewerblichen Nutzungen ist ebenfalls Teil des Plans. Die geplanten Gebäude sollen zwischen vier und zwölf Geschossen hoch werden, mit einer Grundflächenzahl von 0,5 bis 0,85. Zudem sind Flächen für Dauerkleingärten und einen neuen öffentlichen Spielplatz vorgesehen – eine willkommene Bereicherung für die Anwohner.
Und während Hamburg im Jahr 2024 einen Anstieg im Wohnungsbau verzeichnet, mit über 8.300 fertiggestellten Wohnungen, bleibt es spannend zu beobachten, ob die ambitionierten Ziele von jährlich 10.000 neuen Wohnungen erreicht werden können. Besonders im Bereich des öffentlich geförderten Wohnraums gibt es noch viel zu tun. Die Entwicklungen in Wilhelmsburg sind ein Schritt in die richtige Richtung, um den Bedarf an Wohnraum zu decken und gleichzeitig ein lebendiges, gemischtes Quartier zu schaffen.
