Hamburg steht erneut vor einer entscheidenden Frage: Soll die Stadt sich um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben? Die Initiative „NOlympia“ hat in den letzten drei Wochen eindrucksvoll gezeigt, dass viele Hamburgerinnen und Hamburger gegen diesen Plan sind. Sage und schreibe 19.423 Unterschriften wurden gesammelt und dem Landeswahlamt übergeben, berichtet NDR. Dieser eine Schritt hat das Ziel, olympiakritische Stellungnahmen in die Wahlunterlagen zum geplanten Referendum am 31. Mai zu integrieren. Geplant ist, den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme klar zu artikulieren.

Die Sprecherin von „NOlympia“, Clara Ihring, zeigte sich erfreut über den großen Rückhalt in der Bevölkerung, auch wenn das Wetter alles andere als einladend war. Es bleibt abzuwarten, wie die Unterschriften auf Doppelungen und die Stimmberechtigung der Unterzeichner überprüft werden. Ein Antrag zu diesem Thema wird in der kommenden Woche von der Bürgerschaft behandelt. Die Initiative kritisiert zudem die Fristen für Stellungnahmen, die sich nach Einreichung am 15. Januar nicht mehr ändern ließen.

Kritik an den Ausgaben

„NOlympia“ ist nicht allein in ihrem Widerstand gegen die Olympiabewerbung. Auch Fanclubs des FC St. Pauli haben sich klar positioniert und ihre Bedenken geäußert. Immer wieder wird auf die hohen Ausgaben verwiesen, die mit der Bewerbung einhergehen. Bereits jetzt gibt die Stadt Millionen für die Olympia-Bewerbung aus, während an anderen Stellen, wie Bildungseinrichtungen, gespart wird. „Wir können nicht einfach Millionen für spektakuläre Sportveranstaltungen ausgeben, während die Schulen in unserer Stadt auf der Strecke bleiben“, so Ihring weiter und appelliert an die Bürger, am Referendum teilzunehmen und für ein „Nein“ zu stimmen.

Auch der Hamburger Senat plant, bis Ende Mai 2026 rund 11 Millionen Euro in die Bewerbung zu investieren, darunter 150.000 Euro allein für Druckkosten. Dies führt dazu, dass viele Bürgerinnen und Bürger besorgt sind, dass die tatsächlichen Kosten der Spiele weit höher ausfallen als angekündigt, wie es in der Vergangenheit bereits mehrfach der Fall war.

Der Kreislauf von Protest und Sport

Die Diskussion rund um die Olympiabewerbung zeigt einen wichtigen Punkt: Sport und Politik sind eng miteinander verknüpft. Die Geschichte ist voller Beispiele, in denen Sportler Zeichen gesetzt haben, sei es im Rahmen von Menschenrechtskämpfen oder im Widerstand gegen Ungerechtigkeiten. So haben Proteste im Sport oft eine gesellschaftspolitische Dimension, wie bpb argues. Auch in Hamburg zeichnete sich 2021 bereits Widerstand gegen die Olympiabewerbung ab, als 51,6% der Bürgerinnen und Bürger dagegen stimmten.

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Mit der Initiative „NOlympia“ hat sich nun ein starkes Bündnis gebildet, das die Stimmen von Bürgerinnen und Bürgern bündeln möchte. Ein Treffen am 26. Februar ist bereits geplant, um die nächsten Schritte zu besprechen und das Engagement der Unterstützer zu fördern.

Die kommenden Monate könnten also entscheidend für die Zukunft der Olympiabewerbung in Hamburg sein. Sollte sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Spiele aussprechen, könnte dies nicht nur einen Rückschlag für die Bewerbung bedeuten, sondern auch ein starkes Signal für eine Stadt, die mehr in Bildung und soziale Einrichtungen als in Olympische Spiele investieren möchte.

Seien Sie gespannt, wie es weitergeht und lassen Sie Ihre Stimme im Mai speak for itself!