Am 4. Juni 2026 war es soweit: Der FC St. Pauli hat sich von Trainer Alexander Blessin getrennt. Drei Wochen nach dem Abstieg in die 2. Liga war die Entscheidung nicht wirklich überraschend – der Fußball ist nun mal ein hartes Geschäft. Blessin, der den Verein zunächst vor dem Abstieg hatte bewahren können, hatte mit den letzten Ergebnissen einfach nicht genug überzeugt. Für viele Fans war die Trennung ein weiterer Schritt in eine ungewisse Zukunft, und die Frage nach dem „Wie geht es jetzt weiter?“ schwebte in der Luft.
Doch der neue Mann an der Seitenlinie heißt Marcel Rapp. Mit 47 Jahren bringt er eine Menge Erfahrung mit, die er vor allem in seinen viereinhalb Jahren bei Holstein Kiel gesammelt hat. Dort gelang ihm 2024 das Kunststück, den Verein zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga zu führen. Ein echter Erfolg, auch wenn es nur ein Jahr später wieder in die 2. Liga ging. Nach einer Niederlage gegen Karlsruhe und dem damit verbundenen 14. Platz in der Tabelle war die Luft für Rapp im Februar 2026 dann dünn geworden und die Trennung folgte.
Die Ambitionen des FC St. Pauli
Rapp zeigt sich nun motiviert und voller Elan, in die Vorbereitung auf die neue Saison zu starten. Sportchef Andreas Bornemann ist ebenfalls überzeugt von Rapps Fähigkeiten und sieht in ihm den richtigen Mann für einen Neustart. Dabei betont Rapp die Ambitionen des Vereins und die kontinuierliche Weiterentwicklung, die St. Pauli in den letzten Jahren durchgemacht hat. Es wird spannend zu sehen, wie er seine Spielphilosophie, die auf kontrolliertem Ballbesitz und flexiblen Formationen basiert, umsetzen kann.
Bevor Rapp seine Zeit bei Holstein Kiel begann, trainierte er die U19 der TSG Hoffenheim. In dieser Rolle nahm er sogar an der Youth League der Champions League 2018/19 teil. Außerdem übernahm er interimistisch die Profimannschaft in der Saison 2019/20, was ihm ein weiteres Plus auf dem Karriereweg einbrachte. Mit 21 U-Länderspielen für Deutschland hat Rapp auch im Jugendbereich auf sich aufmerksam gemacht. Ein echter Fußballprofi!
Trainerhistorie und die Herausforderungen
Der FC St. Pauli hat eine lange Liste von Trainern, die seit 2000 zum Verein gekommen und gegangen sind – insgesamt 17 an der Zahl. Von Dietmar Demuth, der den Verein 2001 in die Bundesliga führte, bis hin zu den jüngeren Trainern der letzten Jahre, die alle ihre eigene Handschrift hinterlassen haben. Ewald Lienen, Timo Schultz und Fabian Hürzeler sind nur einige Namen, die in den letzten Jahren für Furore sorgten. Jeder Trainer brachte seine eigene Philosophie mit, doch kein Weg war einfach, und die Höhen und Tiefen des Fußballs sind unverkennbar.
Nun ist es an Marcel Rapp, sich in dieser Tradition zu beweisen. Die Fans hoffen auf einen Neuanfang, und natürlich auf eine Rückkehr in die erste Liga. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob der neue Trainer die Mannschaft in die richtige Richtung lenken kann. Es ist ein spannendes Kapitel, das da auf St. Pauli wartet – und wir sind alle gespannt, wie es weitergeht!