Klangreise zwischen den Zeiten: Ensemble Resonanz begeistert in Bielefeld
In der Rudolf-Oetker-Halle ist am vergangenen Wochenende ein ganz besonderes musikalisches Ereignis über die Bühne gegangen. Das Ensemble Resonanz feierte dort sein Debüt – und das auf eine Weise, die die Zuhörer in eine andere Welt entführte! Klassik, die nicht staubig in der Ecke steht, sondern frisch, lebendig und klar dargeboten wird. Ein Konzept, das nicht nur auf Beethovens Fünfte abzielt, sondern auch den Dialog zwischen alter und neuer Musik in den Fokus rückt. Es ist faszinierend, wie das Ensemble mit Neugier und dem Wunsch, Musik für alle erfahrbar zu machen, eine Verbindung zwischen verschiedenen Epochen herstellt.
Die Musiker, fest verwurzelt in der Elbphilharmonie und auf St. Pauli, zeigen, dass Musik kein starres Konstrukt ist. Sie wird nicht nach alt oder neu bewertet, sondern als ein gemeinsamer Erfahrungsraum gedacht. Dabei wird die Fünfte von Beethoven nicht isoliert präsentiert, sondern im Kontext, im Austausch mit anderen Werken. Sayaka Shoji, die als Solistin debütierte, und Riccardo Minasi, der den Abend leitete, sind dabei nicht nur bekannte Gesichter, sondern vielmehr Teil eines langjährigen, kreativen Austauschs. Es ist einfach schön zu sehen, wie in dieser Symbiose etwas Neues entsteht!
Eine Reise durch die Musikgeschichte
Das Ensemble Resonanz wurde 1994 von Mitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie gegründet und hat sich seitdem zu einer Schnittstelle zwischen klassischer Tradition und Gegenwart entwickelt. Nach ersten Jahren in Frankfurt am Main und Diez an der Lahn ist es seit 2002 in Hamburg ansässig. Heute ist es das Residenzorchester des Kleinen Saals der Elbphilharmonie und hat sich durch seine demokratischen Strukturen ohne festen Dirigenten einen Namen gemacht. Man merkt sofort, wie wichtig die Zusammenarbeit mit künstlerischen Partnern für die Musiker ist – eine wahre Freude, das zu beobachten!
Ein Highlight des Ensembles ist die Reihe „urban string“, die klassische Musik mit Clubkultur verbindet. 2014 wurde im Bunker an der Feldstraße der Resonanzraum St. Pauli eröffnet, wo experimentelle Programme zum Leben erweckt werden. Das ist nicht nur ein Ort der klassischen Musik, sondern ein Raum, in dem Neues ausprobiert und alte Stücke neu interpretiert werden. Wer hätte gedacht, dass Bachs „Weihnachtsoratorium“ in einer Besetzung für Keyboard, E-Gitarre, Trompete und Sänger so spannend sein kann? Hier wird die Musik wirklich lebendig!
Musik für alle
Die Idee, Musik für alle zugänglich zu machen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit des Ensembles. Das erinnert mich an die Musikvermittlungsplattform Kling! in Frankfurt, die sich ebenfalls dem Ziel verschrieben hat, ein breites Publikum für anspruchsvolle Musik zu begeistern. Mit ihren Tutorials, Veranstaltungen und einem offenen Zugang zu Materialien schaffen sie einen Raum, in dem nicht nur Kinder und Eltern, sondern auch Erwachsene und Demenzkranke die Kraft der Musik erleben können. Das ist doch eine wunderbare Sache!
In diesem Sinne war das Konzert des Ensemble Resonanz nicht nur ein Auftakt für eine Partnerschaft zwischen Hamburg und Bielefeld, sondern auch ein Fest der Musik, das für jeden etwas bereithält. Die Verbindung von Tradition und Innovation, die Neugier und die Freude an der Musik – das sind die Elemente, die uns alle zusammenbringen können. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir bald mehr von diesen besonderen Abenden erleben dürfen!
