Der FC St. Pauli sorgt für frischen Wind im deutschen Fußball! Die Fans des Vereins können sich freuen, denn der Club hat gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einen Haustarifvertrag für die Mitarbeitenden unterzeichnet. Dieser Schritt wird als echtes Novum in der Bundesliga gefeiert und soll bessere Arbeitsbedingungen sowie verbindliche Standards für die Angestellten im Sport fördern. Verdi-Verhandlungsführer André Kretschmar hebt hervor, dass dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, der nicht zuletzt durch einen Mitgliedsantrag im Jahr 2021 angestoßen wurde.
Der neue Tarifvertrag gilt für die Mitarbeitenden in den Bereichen Vermarktung und Merchandising des FC St. Pauli. Dennoch gibt es einige Ausnahmen: Leitende Angestellte sowie Personen aus dem sportlichen Bereich des Profifußballs, dem Nachwuchsleistungszentrum und eSports sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Er wird bis zum 30. Juni 2028 gelten und die Grundgehälter der Mitarbeitenden werden rückwirkend ab dem 1. Juni 2025 angewendet.
Die Bedeutung für die Mitarbeitenden
Die Einführung solch eines Tarifvertrags könnte wegweisend für andere Vereine in Deutschland sein, da die Arbeitsbedingungen im Fußball oft stark von den Leistungsvorgaben und den jeweiligen Verträgen abhängen. Während im Profisport die Verknüpfung von Sportler- und Arbeitnehmerstatus häufig problematisch ist, kann dieser Tarifvertrag dazu beitragen, mehr Klarheit zu schaffen. Mannschafssportler sind in der Regel als Arbeitnehmer eingestuft und unterliegen den Weisungen ihrer Vereine, was bedeutet, dass ihre Rechte und Pflichten genau definiert werden müssen. Zudem können auch Amateursportler, sofern sie entgeltlich tätig sind, als Einheiten im Rahmen des Arbeitsrechts behandelt werden.
Ein weiterer Aspekt, der durch solch einen Tarifvertrag adressiert wird, sind die Außerdienstlichen Nebenpflichten, die Sportler oft mit sich tragen. So können beispielsweise Alkohol- oder Rauchverbote Teil der vertraglichen Verpflichtungen sein, wodurch das Privatleben der Athleten erheblich beeinflusst wird. Vertragsstrafen sind in diesem Kontext ebenfalls zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers vorliegt.
Rechtliche Besonderheiten im Sport
Das Arbeitsrecht im Sport ist ein komplexes Terrain. Bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen kommen oft Kündigungsgründe zur Anwendung, die in anderen Berufen gängig sind, jedoch speziell im Sport zusätzliche Regelungen erfordern. Abstiegsklauseln oder dopingbedingte Kündigungen sind in den Verträgen nicht unüblich. Das zeigt, wie wichtig eine rechtliche Absicherung für die Beteiligten ist.
Die Befristung von Arbeitsverträgen ist im Profisport ebenfalls gängige Praxis. Dies kann sowohl für Trainer als auch für Spieler gelten, wobei die rechtlichen Grundlagen und Ausnahmen von Fall zu Fall geprüft werden müssen. Diese Thematik könnte durch den neu eingerichteten Haustarifvertrag des FC St. Pauli möglicherweise in Zukunft überdacht werden, um auch hier Verbesserungen zu erzielen.
Der FC St. Pauli macht also nicht nur durch sportliche Leistungen auf sich aufmerksam, sondern setzt auch in der Arbeitswelt ein Zeichen. Vielleicht können sich andere Clubs ein Beispiel daran nehmen und ebenso in die Zukunft investieren, um die Arbeitsbedingungen im Fußball für alle Beteiligten zu verbessern. Denn das Sprichwort sagt: „Der Weg ist das Ziel“ – und dieser Weg führt hoffentlich zu fairen und transparenten Bedingungen für alle im Sport Tätigen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und zu rechtlichen Aspekten im Sportbereich, lesen Sie soester-anzeiger.de oder danielweigert.de.