FC St. Pauli: Nachwuchstalente sollen den Weg zurück zur Spitze ebnen!
In den letzten zwei Spielzeiten war beim FC St. Pauli die Luft dünn, besonders in der Talentförderung. Sowohl die Profimannschaft als auch die U23 gerieten in der abgelaufenen Saison in die Regionalliga Nord und mussten den bitteren Rückschlag des sportlichen Abstiegs hinnehmen. Ein Zwangsabstieg des TSV 1860 München bewahrte zwar die U23 davor, aber die Zeit der Freude blieb dennoch überschaubar. Die Verantwortlichen sind sich einig: Hier muss sich etwas tun.
Neu im Boot ist Alexander Hahn, der als Trainer der U23 anheuert. Mit seinen engen Verbindungen zu Cheftrainer Marcel Rapp steht er in einer idealen Position, um frischen Wind in die Nachwuchsabteilung zu bringen. Hahn hat sich hohe Ziele gesetzt und möchte die Regionalliga erfolgreich gestalten. „Wir müssen den sportlichen Absturz als Warnschuss sehen und die Begeisterung für die Regionalliga nutzen“, macht er deutlich. Damit geht er auf die Suche nach den Eigengewächsen, die zuletzt kaum Spielzeit bei den Profis erhielten. In den letzten zwei Erstliga-Saisons kam beispielsweise kein eigenes Talent zu Einsatzzeiten – eine alarmierende Entwicklung für den Traditionsverein.
Neuer Schwung und frische Gesichter
Im Kader könnten jetzt Marwin Schmitz, Nick Schmidt und Wissou Kaba die Wende bringen, die in der U23 mit einer soliden Bilanz aufwarten können: Schmitz etwa glänzte mit sieben Torbeteiligungen in 21 Spielen. Der Trainer muss sich auf einige Änderungen einstellen: Insgesamt acht neue Spieler verstärken das Team, während 14 Akteure den Verein verlassen haben. Darunter auch der ablösefrei gewechselte Ols Backhaus und der verliehene Romeo Aigbekaen.
Ein wichtiger Schritt zur Stärkung des eigenen Nachwuchses ist auch der neue Fokus der DFL und DFB. Ab Februar 2025 treten neue Regelungen in Kraft, die die Talententwicklung weiter fördern sollen. 58 Clubs mit DFL-lizenzierten oder DFB-anerkannten Leistungszentren haben eine Vereinbarung zur Ausbildung von Nachwuchsspielern unterzeichnet. Ziel dieser Initiative ist es, jungen Talenten in den Altersklassen U12 bis U15 eine längere Verweildauer in den Leistungszentren zu ermöglichen. Denn Studien zeigen: längeres Training verbessert die Erfolgschancen, selbst als Lizenzspieler im Profifußball Fuß zu fassen.
Teambuilding und gemeinschaftlicher Spirit
Um den Teamgeist zu stärken, verbrachten die U23 und U19 kürzlich ein Trainingslager im Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente. Hier lag der Schwerpunkt auf Teambuilding, ein wichtiger Aspekt, um die neuen Spieler ins Boot zu holen und das Zusammenspiel zu fördern. „Ein guter Zusammenhalt ist unbezahlbar“, unterstreicht Hahn, der die Talente nicht nur sportlich, sondern auch menschlich stark machen will.
Mit all diesen Maßnahmen und der frischen Energie von Alexander Hahn wird die Hoffnung genährt, dass der FC St. Pauli in naher Zukunft wieder starke Eigengewächse hervorbringen kann. Denn letztlich geht es um mehr als nur um den Erfolg – es geht um die Identität des Vereins und den Stolz auf die eigenen Talente. Hier bleibt also die spannende Frage: Kann St. Pauli das Ruder herumreißen und die eigene Nachwuchsarbeit ins nächste Kapitel führen?
