Der frühere Profi-Fußballer Svend Brodersen, der sechs Jahre lang Teil der Mannschaft des FC St. Pauli war, hat seine Erlebnisse bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio zu Papier gebracht. Für Brodersen war die Teilnahme an diesem Großereignis das größte Highlight seiner Karriere, trotz der ungewissen Umstände aufgrund der Corona-Pandemie. „Es gab keine Zuschauer, viele Tests und strenge Regeln“, erinnert er sich. Diese Einschränkungen konnten jedoch die beeindruckende Erfahrung nicht schmälern, die er im Olympischen Dorf machte.
Während seines Aufenthalts traf Brodersen Athleten aus verschiedensten Sportarten und Kulturen, darunter auch Goldmedaillengewinner, und erlebte hautnah, was den olympischen Geist ausmacht. „Es war faszinierend, mit so vielen talentierten Sportlern zusammen zu sein“, so der ehemalige St. Pauli-Profi. Solche Begegnungen und die Atmosphäre, die über den Sport hinausgeht, hinterließen bleibende Eindrücke.
Das olympische Mindset
Umso spannender ist die Diskussion um das olympische Mindset, die in den Vorfeld der kommenden Olympischen Spiele in Paris an Bedeutung gewinnt. Lisa Mayer, eine der besten Sprinterinnen Deutschlands, wird dort mit der 4×100-Meter-Staffel antreten. Sie betont, wie wichtig mentale Stärke im Sport ist. „Die Athleten mögen in ihren Fähigkeiten gleich sein, doch der, der seine Nerven besser kontrolliert, gewinnt“, erklärt Mayer.
Elisabeth Seitz, die bereits an drei Olympischen Spielen teilgenommen hat, spricht von der Notwendigkeit, sich durchs Auf und Ab des Sports zu kämpfen. Diese Kombination aus Durchhaltevermögen und Resilienz ist laut Sportpsychologin Lisa Musculus entscheidend für den Erfolg. Musculus hebt hervor, dass sich Spitzensportler:innen von Hobbyathlet:innen durch ihre Motivation und Zielstrebigkeit unterscheiden. „Der Weg zu Olympia ist individuell und oft von Verletzungen und Rückschlägen geprägt“, fügt Seitz hinzu.
Druck und persönliche Entwicklung
Leistungsdruck scheint ein ständiger Begleiter im Leben der Athleten zu sein. Lisa Mayer empfindet diesen Druck als motivierend, während Gerben Wiersma, der Bundestrainer im Turnen, die persönliche Entwicklung über Medaillen stellt. Insbesondere bei den Olympischen Spielen, die nur alle vier Jahre stattfinden, ist der Wunsch, nicht nur teilzunehmen, sondern auch ganz vorne zu stehen, allgegenwärtig.
Für viele Athleten ist die mentale Vorbereitung unabdingbar. Routinen und sportpsychologische Hilfe werden immer wichtiger, um den Herausforderungen auf und neben dem Feld zu begegnen. Mayer, die in der Vergangenheit mit Verletzungen zu kämpfen hatte, bleibt kämpferisch. „Mein inneres Feuer für den Sport bleibt stark“, ist sie sich sicher. Dieses unermüdliche Streben nach Erfolg und Selbstverbesserung verbindet Athleten wie Brodersen und die aktuellen Olympioniken auf besondere Weise.