Inmitten der charmanten Altstadt von Nördlingen brodelt es derzeit gewaltig! Die Sanierungsarbeiten an der beeindruckenden Sankt Georgskirche, die mit ihren 89,9 Metern hohen Turm, liebevoll „Daniel“ genannt, ein Wahrzeichen der Stadt ist, sorgen für jede Menge Aufregung. Diese im spätgotischen Stil erbaute Kirche blickt auf eine Bauzeit von fast 80 Jahren zurück – von 1427 bis 1505. Hier wird Geschichte lebendig! Aber jetzt wird’s noch spannender.

Der Stadtbaumeister Jürgen Eichelmann hat den Stadtrat über die laufenden Arbeiten informiert. Der Boden um die Kirche ist instabil, und die Feuchtigkeit dringt ins Fundament. Deshalb wird er nun ausgetauscht. Archäologen haben bei den Arbeiten in einer Tiefe von 1,60 Metern eine Brandschicht aus dem Jahr 1238 entdeckt – ein Hinweis auf einen gewaltigen Stadtbrand. Vor 50 Jahren kam eine ähnliche Entdeckung in der Baldinger Straße ans Licht, die die Stadtgeschichte weiter aufhellt. Nach diesem Brand wurde Nördlingen auf den Überresten der Brandschicht neu aufgebaut, es folgten weitere Brände. Ein faszinierendes Puzzle, das sich hier entfaltet!

Die Geheimnisse der Vergangenheit

Doch das ist noch nicht alles! Bei den Grabungen stießen die Archäologen auf Skelette im Fundament. Ursprünglich hatte man mit der Entdeckung von 1000 Skeletten gerechnet, aber die Realität stellte sich als etwas weniger gruselig heraus. Man fragt sich, wie rücksichtslos die Baumeister im Spätmittelalter mit den Überresten umgegangen sind. Warum nur? Der Friedhof wurde ja bereits angelegt, bevor 1427 mit dem Bau der Kirche begonnen wurde.

Die Sanierung bringt auch technische Herausforderungen mit sich. Ein versalzener Stützpfeiler wird gegen einen neuen ausgetauscht – ein Problem, das durch die Bodenheizung in den 50er Jahren entstanden war. Der originale Ziegelstein-Belag der Bauherren von damals liegt unter der Bodenplatte und hat die Salze zurückgehalten, die nun die Säulen schädigen. Um den neuen Pfeiler sicher zu installieren, müssen die Stützen 11,50 Meter tief in den Boden gerammt werden. Das klingt nach einem echten Kraftakt!

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft

Die Sankt Georgskirche ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort voller Geschichten. Der Hochaltar von Friedrich Herlin, die barocken Holzskulpturen und die vier Orgeln verleihen dem Raum eine besondere Atmosphäre. Und dann gibt es da noch die Glocken im Kirchturm – eine davon, die Apostelglocke aus dem Jahr 1862, hat sicherlich schon viele Menschen zum Staunen gebracht.

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Die letzte Restaurierung fand zwischen 1971 und 1977 statt, und seither hat die Kirche einiges erlebt. Man könnte fast sagen, dass die Sanierungsarbeiten jetzt ein neues Kapitel aufschlagen. Oberbürgermeister David Wittner bezeichnete die Baustelle als spannend. Das kann man nur unterschreiben – denn hier wird nicht nur ein Gebäude, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte lebendig gehalten.

In anderen Regionen Deutschlands, wie in der St.-Marien-Kirche in Gardelegen, zeigen ähnliche Ausgrabungen, wie wertvoll solche Entdeckungen für die archäologische Forschung sind. Artefakte, die über Jahrhunderte hinweg verborgen waren, geben uns einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. So wird auch in Nördlingen Geschichte erfahrbar!